Angenehm leicht und warm

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sylviecherie Avatar

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Tanja Webers Roman »Die Flussfrau« erzählt die Lebensgeschichte von Anneliese, genannt Lis, einer Frau, die sich in einer männerdominierten Welt ihren eigenen Platz erkämpft. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, kennt sie Entbehrung und Pflicht von klein auf. Freiheit empfindet sie am Wasser bzw. im Wasser. Und so überrascht es nicht, dass sie sich für ein Leben an der Seite eines Schiffers entscheidet. Später übernimmt sie den Lastkahn und wird Kapitänin auf den Flüssen. Dort findet sie eben diese Freiheit, Selbstbestimmung und auch neue Begegnungen, wie etwas Vassili, die ihr Leben nachhaltig prägt. Parallel dazu begleitet der Roman mehrere Jahrzehnte deutscher Geschichte. Was mich beim Lesen besonders überzeugt hat, ist die Zugänglichkeit der Erzählung. Man ist schnell in der Geschichte drin, ohne dass sie sich jemals oberflächlich anfühlt. Lis ist eine Figur, der man sofort folgen möchte. Sie wirkt echt, widersprüchlich, verletzlich und stark zugleich. Sprachlich ist der Roman angenehm flüssig, mit vielen sprachlichen Bildern, die Atmosphäre schaffen, ohne überladen zu wirken. Der Fluss wird dabei fast zu einer eigenen Figur, mal ruhig, mal unberechenbar und immer eng mit Lis’ Leben verbunden. Für mich ist »Die Flussfrau« ein warmherziger, kluger und sehr stimmiger Roman über Selbstbestimmung, Verlust, Liebe und Freiheit. Leicht zu lesen, aber alles andere als banal – für mich eine klare Leseempfehlung.