Der Ruck des Lebens
Anneliese, 1928 geboren, genannt Lis, lebt auf dem elterlichen Hof. Sie hat drei Brüder und ist das einzige Mädchen. Die harte Arbeit auf dem Hof während der Kriegsjahre ist sie gewohnt. Edith, ihre beste Freundin, ist wie eine Schwester für sie. Nach Kriegsende beginnt diese eine Ausbildung in der Stadt und lernt einen Mann kennen. Lis fragt sich, wie es mit ihr weitergehen soll. Sie liebt den Hof, aber den führt der Vater mit dem jüngsten Sohn weiter, der dem Volkssturm entkommen konnte. Ihre Leidenschaft ist das Wasser. Schon immer verspürt sie eine tiefe Verbundenheit zu dem kraftvollen Fluss. Als der kriegsversehrte Vater ihr eines Abends eröffnet, dass es beschlossene Sache ist und sie einen deutlich älteren Schweinebauern heiraten soll, nimmt sie ihr Glück selbst in die Hand.
Ihr Ehemann Horst, ein Schiffer steht für sie nicht für die große Liebe, sondern für die Freiheit. Doch der Preis dafür ist hoch.
Und wie sie zu Beginn bei den Reisen immer einen Ruck verspürte, wenn das noch motorlose Schiff vom Schlepper angezogen wurde, so ging auch durch sie ein Ruck. Ein Ruck hin zu mehr Eigenständigkeit, zu einem Leben, das sie selbst bestimmen wollte. Doch bis es so weit ist, stellt das Schicksal sie mehr als einmal auf die Probe.
Tanja Weber gelingt es von der ersten Seite an, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Der Macken-Hof, die Heidi, die Liebe zum Wasser, die Geräusche und das Leben auf dem Schiff wurden beim Lesen sofort vor meinem inneren Auge lebendig. Ihr Schreibstil ist ruhig, einfühlsam und voller Gespür für die leisen Töne, für kleine Beobachtungen und die Menschen mit all ihren Ecken und Kanten. Gerade darin liegt ihre Stärke.
Besonders berührt hat mich die Begegnung mit dem griechischen Gastarbeiter Vassili. Was zwischen den beiden entsteht, wirkt zu keiner Zeit konstruiert oder überstürzt. Es ist kein lautes Drama und keine Geschichte, die von großen Worten lebt, sondern etwas viel Feineres: Vertrauen. Sie drängen sich nicht auf, respektieren die Grenzen des anderen und geben einander genau den Raum, den jeder braucht. Gerade die kleinen Gesten, der gemeinsame Alltag und dieses stille gegenseitige Verstehen haben mich tief berührt.
Vielleicht ist es genau das, was mir an diesem Roman so gut gefallen hat: Die großen Veränderungen passieren nicht unbedingt mit einem Paukenschlag. Manchmal beginnen sie ganz leise. Mit einer Begegnung. Mit einem Gedanken. Oder mit dem Mut, einmal selbst am Steuer des eigenen Lebens zu stehen.
Dieses Buch erzählt davon, dass man nicht immer aktiv nach den richtigen Menschen suchen muss. Manchmal finden sie einen genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Und manchmal reicht eine einzige Begegnung, um lange verschlossene Türen wieder zu öffnen. Manche Begegnungen verändern nicht die Welt. Aber sie verändern alles.
Ein atmosphärischer Roman über den Wunsch nach Eigenständigkeit, Freundschaft, Schicksal und Verlust, über leise Veränderungen und die Kraft besonderer Begegnungen. Ein Buch voller Menschlichkeit, das bei mir noch lange nachwirken wird.
Ihr Ehemann Horst, ein Schiffer steht für sie nicht für die große Liebe, sondern für die Freiheit. Doch der Preis dafür ist hoch.
Und wie sie zu Beginn bei den Reisen immer einen Ruck verspürte, wenn das noch motorlose Schiff vom Schlepper angezogen wurde, so ging auch durch sie ein Ruck. Ein Ruck hin zu mehr Eigenständigkeit, zu einem Leben, das sie selbst bestimmen wollte. Doch bis es so weit ist, stellt das Schicksal sie mehr als einmal auf die Probe.
Tanja Weber gelingt es von der ersten Seite an, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Der Macken-Hof, die Heidi, die Liebe zum Wasser, die Geräusche und das Leben auf dem Schiff wurden beim Lesen sofort vor meinem inneren Auge lebendig. Ihr Schreibstil ist ruhig, einfühlsam und voller Gespür für die leisen Töne, für kleine Beobachtungen und die Menschen mit all ihren Ecken und Kanten. Gerade darin liegt ihre Stärke.
Besonders berührt hat mich die Begegnung mit dem griechischen Gastarbeiter Vassili. Was zwischen den beiden entsteht, wirkt zu keiner Zeit konstruiert oder überstürzt. Es ist kein lautes Drama und keine Geschichte, die von großen Worten lebt, sondern etwas viel Feineres: Vertrauen. Sie drängen sich nicht auf, respektieren die Grenzen des anderen und geben einander genau den Raum, den jeder braucht. Gerade die kleinen Gesten, der gemeinsame Alltag und dieses stille gegenseitige Verstehen haben mich tief berührt.
Vielleicht ist es genau das, was mir an diesem Roman so gut gefallen hat: Die großen Veränderungen passieren nicht unbedingt mit einem Paukenschlag. Manchmal beginnen sie ganz leise. Mit einer Begegnung. Mit einem Gedanken. Oder mit dem Mut, einmal selbst am Steuer des eigenen Lebens zu stehen.
Dieses Buch erzählt davon, dass man nicht immer aktiv nach den richtigen Menschen suchen muss. Manchmal finden sie einen genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Und manchmal reicht eine einzige Begegnung, um lange verschlossene Türen wieder zu öffnen. Manche Begegnungen verändern nicht die Welt. Aber sie verändern alles.
Ein atmosphärischer Roman über den Wunsch nach Eigenständigkeit, Freundschaft, Schicksal und Verlust, über leise Veränderungen und die Kraft besonderer Begegnungen. Ein Buch voller Menschlichkeit, das bei mir noch lange nachwirken wird.