Eine starke Frau auf den Strömungen der Zeit

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Mit Die Flussfrau legt Tanja Weber ein eindrucksvolles Werk vor, das den historischen Roman um eine ungewöhnliche Perspektive bereichert: die Welt der deutschen Binnenschifffahrt. Das Buch nimmt den Leser mit auf das Wasser – ein Schauplatz, der zugleich Freiheit, knallharte Schufterei und gesellschaftliche Enge symbolisiert.

Die Geschichte begleitet die Protagonistin Anneliese (genannt Lis) von ihrer Kindheit vor dem Zweiten Weltkrieg auf dem elterlichen Bauernhof bis weit in die Zeit des Wirtschaftswunders hinein. Um der fremdbestimmten Ehe mit einem wohlhabenden Bauern zu entgehen, die ihr Vater für sie vorgesehen hat, heiratet sie den jungen Schiffer Horst. Was zunächst wie eine Flucht wirkt, wird für Lis zur Lebensaufgabe: Sie zieht auf ein Frachtschiff.
Als ihr Mann bei einem Unglück ums Leben kommt, steht Lis in den 1950er-Jahren vor einer absurden Realität: Einerseits wird das Wirtschaftswunderland von Männern dominiert, die Frauen am liebsten am Küchenherd sehen, andererseits muss sie ihren Lebensunterhalt sichern. Sie trifft eine kühne Entscheidung, legt das Schiffsführerpatent ab und wird gegen alle Widerstände eine der ersten Kapitäninnen auf den deutschen Flüssen.