Frau in einer Männerwelt
„Die Flussfrau“ von Tanja Weber erzählt das Leben von Lis, von ihrer Kindheit auf dem elterlichen Hof bis ins Erwachsenenalter. Der Roman beginnt in den Jahren vor dem Krieg, zeigt die Kriegszeit und begleitet Lis anschließend durch den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Deutschland. Sie wächst mit ihren Brüdern und ihrer Freundin Edith auf, muss durch den Krieg früh Verantwortung übernehmen und findet später als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit ihren Weg in der Binnenschifffahrt.
Gut gefallen hat mir, wie genau die Autorin das dörfliche Leben vor dem Krieg schildert. Die Beschreibungen von Landschaft, Alltag und den Beziehungen zwischen den Familien wirken lebendig und gut recherchiert. Auch die Sprache der Figuren, mit Ausdrücken aus jener Zeit, trägt dazu bei, dass die Geschichte glaubwürdig ist. Der Teil über die Kriegsjahre hätte für mich ruhig ausführlicher sein können, da diese Zeit für Lis prägend war und ihre spätere Entwicklung sozusagen erklärt. Stattdessen wird dieser Abschnitt vergleichsweise knapp behandelt, während spätere Lebensphasen mehr Raum bekommen.
Besonders interessant fand ich die Jahre auf dem Schiff, als Lis nach dem Tod ihres Mannes in einer von Männern dominierten Branche bestehen muss. Diese Passagen zeigen deutlich, welche Hindernisse Frauen in dieser Zeit überwinden mussten. Manche Nebenfiguren, etwa einige der Brüder, bleiben dabei aber nicht so recht fassbar.
Insgesamt ist es ein Roman, der Familiengeschichte mit einem Stück deutscher Geschichte verbindet und dabei nachdenklich stimmt, auch wenn die Gewichtung der einzelnen Lebensabschnitte nicht immer ausgewogen wirkt.
Gut gefallen hat mir, wie genau die Autorin das dörfliche Leben vor dem Krieg schildert. Die Beschreibungen von Landschaft, Alltag und den Beziehungen zwischen den Familien wirken lebendig und gut recherchiert. Auch die Sprache der Figuren, mit Ausdrücken aus jener Zeit, trägt dazu bei, dass die Geschichte glaubwürdig ist. Der Teil über die Kriegsjahre hätte für mich ruhig ausführlicher sein können, da diese Zeit für Lis prägend war und ihre spätere Entwicklung sozusagen erklärt. Stattdessen wird dieser Abschnitt vergleichsweise knapp behandelt, während spätere Lebensphasen mehr Raum bekommen.
Besonders interessant fand ich die Jahre auf dem Schiff, als Lis nach dem Tod ihres Mannes in einer von Männern dominierten Branche bestehen muss. Diese Passagen zeigen deutlich, welche Hindernisse Frauen in dieser Zeit überwinden mussten. Manche Nebenfiguren, etwa einige der Brüder, bleiben dabei aber nicht so recht fassbar.
Insgesamt ist es ein Roman, der Familiengeschichte mit einem Stück deutscher Geschichte verbindet und dabei nachdenklich stimmt, auch wenn die Gewichtung der einzelnen Lebensabschnitte nicht immer ausgewogen wirkt.