Hartes Leben
Danke an @vorablesen und @ullsteinbuchverlage für das Buch.
Lis lernt schon als Mädchen den Fluss lieben, der ganz in der Nähe des Bauernhofes ihrer Familie floss. Und sie lernte die harte Arbeit auf dem Hof kennen. Sie wurde in den Krieg- und Nachkriegsjahren groß, als der Vater erst im Krieg und dann in Gefangenschaft war. Da außerdem der älteste Bruder der 4 Geschwister im Krieg starb, bewirtschafteten Lis, ihre Freundin Edith und Lis‘ Mutter den Hof lange Zeit ganz allein. Sie beklagte sich nie, sondern war zufrieden mit kleinen Momente der Freude am Fluss, am See, mit ihrer Freundin.
Dann lernte Lis Horst kennen, er war Kapitän eines kleinen Binnenschifffahrt-Frachters. Froh, einer schon fast arrangierten Ehe zu entkommen, griff Lis zu und wurde Matrose und Ehefrau auf der „Heidi“.
Als Horst starb, kämpfte sie mit allen Mitteln um Heidi, ein Patent und ihr geliebtes Leben auf dem Fluss. Sie wurde die erste Kapitänin, die ein Frachtschiff auf deutschen Flüssen bewirtschaftete. Spät in ihrem Leben kam auch noch die Liebe zu ihr und ein unerwartetes Stückchen Familie.
Der Roman von Tanja Weber enthält außer diesem Haupterzählstrang um Lis noch so viel mehr Geschichten, die mit dem Leben der Protagonistin verwoben wurden, dass ich sofort glaubte, was die Autorin im Klappentext schreibt: „Aus einem Roman entstehen immer wieder Ideen für weitere…“.
Das macht diesen Roman sehr dicht und komplex. In ruhigem Erzählstil vermittelt Tanja Weber eindrücklich das Leben einer Frau, die eher nüchtern, aber sehr selbstbestimmt durch viele Veränderungen und Anpassungsprozesse der sich weiter entwickelnden Zeit wandelt. Das Buch ist somit auch ein Stückchen zeitgeschichtliche Literatur, da die Autorin mit Lis’ Geschichte sowohl über die wirtschaftlichen als auch die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg berichtet.
Es gab viele Momente, die mich berührt haben. Die harte Arbeit, erst auf dem Hof und später auf dem Schiff, die Ehe mit Horst , die finanzielle Enge und Sorge. Die fehlende Wärme in der Kindheit und auch als junge Frau habe ich als besonders bedrückend wahrgenommen. In die Traurigkeit, die der Roman in mir hinterließ, mischte sich aber auch eine gewisse Fremdheit darüber, wie unvorstellbar weit weg für mich heute die Schwierigkeiten dieses Frauenleben erscheinen.
Tanja Weber hat hier keine einfach schöne Geschichte über eine Frau in den Nachkriegsjahren erzählt, auch keine gesellschaftskritische Perspektive betont, sondern eher leise und eindringlich von einem harten Leben einer Frau.
Lis lernt schon als Mädchen den Fluss lieben, der ganz in der Nähe des Bauernhofes ihrer Familie floss. Und sie lernte die harte Arbeit auf dem Hof kennen. Sie wurde in den Krieg- und Nachkriegsjahren groß, als der Vater erst im Krieg und dann in Gefangenschaft war. Da außerdem der älteste Bruder der 4 Geschwister im Krieg starb, bewirtschafteten Lis, ihre Freundin Edith und Lis‘ Mutter den Hof lange Zeit ganz allein. Sie beklagte sich nie, sondern war zufrieden mit kleinen Momente der Freude am Fluss, am See, mit ihrer Freundin.
Dann lernte Lis Horst kennen, er war Kapitän eines kleinen Binnenschifffahrt-Frachters. Froh, einer schon fast arrangierten Ehe zu entkommen, griff Lis zu und wurde Matrose und Ehefrau auf der „Heidi“.
Als Horst starb, kämpfte sie mit allen Mitteln um Heidi, ein Patent und ihr geliebtes Leben auf dem Fluss. Sie wurde die erste Kapitänin, die ein Frachtschiff auf deutschen Flüssen bewirtschaftete. Spät in ihrem Leben kam auch noch die Liebe zu ihr und ein unerwartetes Stückchen Familie.
Der Roman von Tanja Weber enthält außer diesem Haupterzählstrang um Lis noch so viel mehr Geschichten, die mit dem Leben der Protagonistin verwoben wurden, dass ich sofort glaubte, was die Autorin im Klappentext schreibt: „Aus einem Roman entstehen immer wieder Ideen für weitere…“.
Das macht diesen Roman sehr dicht und komplex. In ruhigem Erzählstil vermittelt Tanja Weber eindrücklich das Leben einer Frau, die eher nüchtern, aber sehr selbstbestimmt durch viele Veränderungen und Anpassungsprozesse der sich weiter entwickelnden Zeit wandelt. Das Buch ist somit auch ein Stückchen zeitgeschichtliche Literatur, da die Autorin mit Lis’ Geschichte sowohl über die wirtschaftlichen als auch die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg berichtet.
Es gab viele Momente, die mich berührt haben. Die harte Arbeit, erst auf dem Hof und später auf dem Schiff, die Ehe mit Horst , die finanzielle Enge und Sorge. Die fehlende Wärme in der Kindheit und auch als junge Frau habe ich als besonders bedrückend wahrgenommen. In die Traurigkeit, die der Roman in mir hinterließ, mischte sich aber auch eine gewisse Fremdheit darüber, wie unvorstellbar weit weg für mich heute die Schwierigkeiten dieses Frauenleben erscheinen.
Tanja Weber hat hier keine einfach schöne Geschichte über eine Frau in den Nachkriegsjahren erzählt, auch keine gesellschaftskritische Perspektive betont, sondern eher leise und eindringlich von einem harten Leben einer Frau.