Solide erzählter Nachkriegsroman aus weiblicher Sicht

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root314 Avatar

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Das Cover hat mich gleich angesprochen und passt sehr gut zum Inhalt des Buches, denn schließlich ist die Protagonistin zum Großteil auf dem Wasser zu Hause. Die Geschichte wird, bis auf den Anfang, linear erzählt. Sie beginnt bei Annelieses Kindheit während des Krieges und erzählt ihren gesamten Lebensweg. Dabei bleibt die Autorin stets nah an iherer Hauptfigur. Der Leser erfährt von Familie und Freunden fast ausschließlich durch Annelieses Linse. Trotzdem fehlte mir persönlich die emotionale Bindung an die Hauptfigur. Das kann aber daran liegen, dass sie als sehr selbstbewusst charakterisiert wird und sich in einer Männerdomäne behaupten muss, in der Gefühle keinen Platz haben.

Der Schreibstil ist einfach und direkt gehalten und passt so zur kargen Nachkriegszeit, die er beschreibt. Die Figuren erscheinen allesamt recht realistisch für die Zeit, auch wenn manche Ereignisse - vor allem zum Ende hin - mir etwas melodramatisch erscheinen. Es kommt mir vor, als wollte die Autorin die etwas lebenslauf-artige Erzählweise durch mehr Dramatik aufbrechen. Das hat aber eher zur Folge, dass genau diese übertrieben wirkt.

Der Roman lässt sich leicht innerhalb weniger Tage lesen und ist durchaus unterhaltsam. Allerdings ist er auch nichts Besonderes. Weder der Schreibstil noch die stringent erzählte Geschichte heben sich von ähnlichen Erzählungen ab. Deshalb gibt es von mir auch nur eine mittelmäßige Bewertung. Ich habe das Buch gern gelesen, aber es wäre auch nicht das erste, was mir als Empfehlung für Familie und Freunde einfallen würde. Kann man gut lesen, muss man aber eben auch nicht.