Starke Geschichte

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kaffeeundeinbuch Avatar

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​Es gibt diese seltenen Bücher, bei denen man die ersten Zeilen liest und sofort weiß,dass wird ein ganz besonderes Lesehighlight. Genau so ging es mir mit Die Flussfrau von Tanja Weber. Das Buch hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen und ich habe sofort gemerkt, dass mich hier eine richtig starke Geschichte erwartet.

​Besonders der Anfang des Romans hat mich tief beeindruckt. Das Aufwachsen von Lis in der NS-Zeit und die kargen, prägenden Jahre des Zweiten Weltkriegs sind extrem anschaulich und ergreifend geschildert. Man versteht dadurch von Grund auf, wie ihre Kindheit und Jugend sie für ihr gesamtes weiteres Leben geformt haben.

​Da ich selbst auf einem Bauernhof und an der Aller gross geworden bin , genau an dem Fluss, an dem auch Lis als Kapitänin ihr Leben verbringt, hatte ich beim Lesen eine ganz besondere, tiefgehende Verbindung zu der Geschichte. Die vertrauten Flusslandschaften vor Augen zu haben, hat die Stimmung für mich noch einmal intensiver gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist generell fantastisch.Rau, bildgewaltig und unheimlich atmosphärisch. Viele Natur-und Tierbeschreibungen lassen die Geschichte bildlich werden.

​Im Mittelpunkt steht Lis als eine unglaublich faszinierende, bewundernswerte Persönlichkeit. Es war schlicht begeisternd mitzuerleben, wie stark sie war und mit welcher Unbeugsamkeit sie sich in der absoluten Männerdomäne der Binnenschifffahrt behauptet hat und das in einer Zeit, in der Gleichberechtigung noch in den Kinderschuhen steckte. Lis begegnet allen Widerständen, den Blicken und den Sprüchen der Männer nicht mit Nachgeben, sondern wird darin bestärkt immer weiter zu machen.

​Es ist eine unglaublich emotionale Geschichte, bei der ich öfter mal Tränen in den Augen hatte. Tanja Weber hat hier ein berührendes Meisterwerk über Mut, Freiheit, Herkunft und den stolzen Weg einer unvergesslichen Frau geschaffen.