Beeindruckendes Frauenschicksal (1937 - 2020)

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tilia Avatar

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Fast ein Jahrhundert lässt der Roman uns am außergewöhnlichen Leben von Lis (Anneliese) teilhaben.

Das Buch ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Alle Überschriften haben auf den ersten Blick einen Bezug zum Fluss. Im übertragenen Sinn haben sie auch jeweils eine Bedeutung für die unterschiedlichen Lebensphasen von Lis:

1) Quelle
1937 - 1947
2) Untiefe
1947 - 1957
3) Mäander
1957 - 1961
4) Strom
1961 - 1972
5) Mündung
1978 - 2020.

Neben der persönlichen Entwicklung von Lis wird auch die geschichtliche Situation in Deutschland im Roman beschrieben. Das karge und harte Leben im Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit und die Zeit bis zum Ende der 1950er Jahre nimmt mit den ersten beiden Kapiteln fast die Hälfte des Romans ein.

Was den Roman so besonders macht, ist der Schreibstil, der die Leserschaft eintauchen lässt in die Lebens- und Gedankenwelt von Lis. Schon das Cover mit dem Weißstorch verdeutlicht, welche Rolle die Natur für Lis hat. Das Leben am und auf dem Wasser, im Einklang mit der Natur zieht sich als roter Faden durch ihr Leben. Lis hat Respekt vor dem Fluss und vor der Natur. Sie kümmert sich um hilfsbedürftige Tiere.

Die Autorin Tanja Weber verknüpft meisterhaft atmosphärische Schilderungen der Natur (z.B. die Rückkehr der Störche im Frühjahr oder ihr Wegfliegen in den Süden im Spätsommer) mit den Gefühlen und Gedanken von Lis.

Lis bleibt sich, ihren Prinzipien und ihren Vorstellungen von einem eigenständigen Leben treu, gegen alle Widerstände. Sie beißt sich durch, muss vieles einstecken, erfährt aber auch Phasen, in denen sie glücklich und zufrieden ist.

Fazit: Ein beeindruckendes Frauenschicksal, das mich sehr berührt hat.