Spannender Buchanfang, der auf mystische Ereignisse deutet und meine Neugier regelrecht befeuert hat

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hapedah Avatar

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Bereits das Cover zeigt eindrucksvoll, worum es in der Geschichte gehen soll, das Bild finde ich atmosphärisch passend ausgewählt. Die stürmische See, das Haus mit den hell erleuchteten Fenstern und das etwas im Nebel zu erahnende Segelschiff deuten nicht nur das Unglück an, bei dem Percy Bysshe Shelley ums Leben kam, für mich fängt diese Darstellung die mystische, etwas düstere Stimmung der Geschichte gut ein. Die beiden Frauenfiguren, die zwar zentral im Vordergrund abgebildet sind und dennoch weit entfernt von der restlichen Szene wirken, lassen die Suche von Pat Colombari und Mary Shelley nach der Wahrheit erahnen. Dieses an ein Gemälde erinnernde Titelbild weckt meine Neugier, in einem Geschäft hätte ich das Buch direkt in die Hand genommen und den Klappentext gelesen.
Auch die Leseprobe hat mich schnell in ihren Bann gezogen, bereits der Prolog ließ die ersten Fragen in meinem Kopf kreisen. Was mag Percy Bysshe Shelley in seinen letzten Minuten gesehen haben, dass er so sicher war, sterben zu müssen und dass das größere Schiff nicht aufgetaucht ist, um die Besatzung der Ariel zu retten? Wenn das zweite Schiff Byron gehört, war dieser Shelley eventuell nicht so wohlgesonnen, wie bisher angenommen, hat er gar etwas mit den Ereignissen um den Untergang der Ariel zu tun? Oder war auf See eine ganz andere Macht unterwegs, die nur den optischen Anschein von Byrons Schiff hatte?
Mit Pat Colombari hat der Autor eine faszinierende Figur geschaffen, die offenbar über spezielle Fähigkeiten verfügt. Ich habe mich beim Lesen gefragt, welche Art Wesen Gus ist, den niemand außer Pat selbst hören und sehen kann und der ihr anscheinend helfend zur Seite steht. Mit ihrer Methode, in die Erinnerungen anderer Menschen einzutauchen hat sie offenbar das Interesse der gebildeten, wissenschaftlich interessierten Mary Shelley geweckt - obwohl diese sowieso kaum eine Wahl hat, sich der von ihrem Schwiegervater angeordneten Untersuchung zu entziehen. Den ersten Eindruck von Pat in Marys Erinnerungen fand ich sehr fesselnd beschrieben, besonders die Art, wie sie sich selbstständig durch die geistige Landschaft bewegen und mit anderen Personen interagieren kann. Gefühlt viel zu schnell war ich auch schon am Ende der Leseprobe angekommen, am Liebsten hätte ich hier direkt weiter gelesen. Dieser Roman verspricht spannende Unterhaltung mit mystischen Ereignissen, ich möchte Pats Ermittlungen gern weiter begleiten und würde mich daher riesig über einen Buchgewinn freuen.