Anspruchsvoller Historien-Fantasy-Mix mit atmosphärischer Tiefe

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
luise43 Avatar

Von

Oliver Plaschkas „Die Geister von La Spezia“ wirft einen faszinierenden Blick auf das Jahr 1822 und das Schicksal von Mary Shelley nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes Percy. Der Clou der Geschichte ist die Ermittlerin Pat Colombari, deren unkonventionelle Methode darin besteht, in die Erinnerungen von Zeugen einzutauchen – ein narratives Verwirrspiel aus Erinnerungen in Erinnerungen.
Diese Perspektivwechsel ermöglichen ein intensives Eintauchen in die Epoche und die Gesellschaft rund um Lord Byron, dessen Keller düstere Geheimnisse birgt. Die Dynamik zwischen Pats moderner Denkweise und dem historischen Setting hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.
Man sollte jedoch wissen, worauf man sich einlässt: Der Roman fordert eine hohe Aufmerksamkeit. Die komplexe Struktur aus wechselnden Figuren, Zeiten und Situationen macht das Zuordnen manchmal zu einer Herausforderung. Auch wenn die schaurig-geheimnisvolle Atmosphäre meisterhaft eingefangen ist, machten sich im Mittelteil spürbare Längen bemerkbar.
Insgesamt ist diese Verwebung von realer Historie und fantastischen Elementen ebenso anspruchsvoll wie spannend – mir hat dieses literarische Experiment gut gefallen.