Hätte mehr Potenzial haben können

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runa97 Avatar

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“Wir tragen eine ganze Welt in uns herum! Und diese Welt kann man bereisen - wenn man weiß, wie. Letztlich ist eine Kunst wie jede andere.”

Im Mittelpunkt steht Mary Shelley, die um ihren Mann Percy trauert, der bei einem Segelunglück im Golf von La Spezia ums Leben kam. Die magische Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes aufklären. Dafür taucht sie tief in Marys Gedankenwelt ein und reist durch ihre Erinnerungen, mitten hinein in die Kreise englischen Dichter und Denker des 19. Jahrhunderts.

Die Mischung aus realen Begebenheiten und Fantasy hat mich sofort angesprochen. Die düstere Atmosphäre und die bildhafte Sprache schaffen eine ganz eigene Stimmung, die einen schnell in den Bann zieht, denn die Grundidee ist wirklich stark und originell umgesetzt.

Allerdings hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Es tauchen sehr viele Figuren auf, die oft nur am Rande vorgestellt werden, wodurch es nicht immer leicht ist, den Überblick zu behalten. Ein Personenverzeichnis hätte hier enorm geholfen – ich habe mir teilweise mit eigenen Recherchen ausgeholfen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Wer sich bereits im literarischen Umfeld rund um Lord Byron auskennt, wird es hier definitiv leichter haben. Insgesamt hatte ich persönlich etwas anderes erwartet und bin mir nicht sicher, ob ich wirklich alles vollständig erfassen konnte. Dennoch bin ich bis zum Ende drangeblieben, weil die Atmosphäre und die Idee mich neugierig gemacht haben.

Daher ist meine Empfehlung, dass das Buch besonders geeignet ist für diejenigen, die sich für die Literatur und Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts interessieren. Ohne diesen Hintergrund könnte der Zugang zur Geschichte etwas schwerfallen.