Müder Geisterzauber

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Mary Shelley, das ist die Autorin von Werken wie "Der letzte Mensch" oder "Frankenstein". In Oliver Plaschkas Roman "Die Geister von La Spezia" wird Mary Shelley nun selbst zur Protagonistin.
Ihr Mann Percy Shelley ist bei einem Ausflug mit einem Schiff im Golf von La Spezia ums Leben gekommen. Doch welche Umstände es genau waren, unter denen er aus dem Leben schied, das ist unklar.
Und so ist es nun an der Spezialermittlerin Pat, in die Gedanken von Mary Shelleys zu reisen, um die Umstände seines Todes zu ermitteln.
So geht es zurück in die Zeit, die die Shelleys in Italien verbrachten. Pat lernt durch Marys Erinnerungen den Hofstaat um den englischen Dichter Lord Byron kennen und gewinnt Einblicke in die Welt der Dichter und Denker dort in Italien.
Das könnte in der Realität zu einer spannenden Angelegenheit werden. Tatsächlich ist "Die Geister von La Spezia" aber eine recht fade Angelegenheit.
Werk und Wirken der Shelleys oder Lord Byron spielen kaum eine Rolle, stattdessen gockeln die Männer und das Buch macht auch aus dem fantastischen Einfall einer Reise in die Wahrnehmung einer Figur Jahre zuvor für mein Empfinden viel zu wenig.
So zieht sich die Handlung des Buchs ohne rechten Höhepunkt dahin und die Übersichtlichkeit leidet unter dem wenig konturierten Hofstaat bei Lord Byron, bei dem viele Bezüge im Unklaren bleiben.
Das Buch verschenkt leider viel Potential, obschon die Anlage und die Figuren eigentlich so spannend wären!