Nicht ganz runde Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Gruselgeschichte
Mary Shelley, die Autorin des Gruselklassikers "Frankenstein", trauert um ihren Mann, der Dichter Percy Bysshe Shelley kam bei einem Schiffsunglück ums Leben. Der überraschende Besuch der Ermittlerin Pat Colombari, die angibt, von Marys Schwiegervater beauftragt zu sein, den Tod seines Sohnes zu untersuchen, löst zunächst Ärger bei der jungen Witwe aus. Als Pat allerdings erläutert, dass sie eine Methode kennt, die es ihr ermöglicht, in die Erinnerungen anderer Menschen einzutauchen, gelingt es ihr, das Interesse der gebildeten, wissenschaftlich interessierten Mary Shelley zu wecken. Auf ihrer Reise durch die Erinnerungen der Autorin lernt Pat nicht nur deren Ehemann, sondern auch viele seiner Freunde kennen, nicht zuletzt den skandalumwitterten Dichter Byron. Doch je tiefer die Ermittlerin in Marys Geist eintaucht, umso klarer wird ihr, dass es hier ein düsteres Geheimnis gibt, das sie Pat auf gar keinen Fall sehen lassen möchte.
"Die Geister von La Spezia" von Oliver Plaschka ist eine Geschichte, deren Idee ich sagenhaft spannend fand, die mich schlussendlich aber leider nicht in dem Maße begeistern konnte, wie ich es mir vom Klappentext und einer Leseprobe her erhofft hatte. Der Autor vereint jede Menge historischer Fakten mit einer fiktiven Schauergeschichte, die in ihren Grundzügen an "Frankenstein" erinnert. Bezüglich des Lebens der Shelleys und deren Freundeskreis hat er mit Sicherheit akribische Recherchen betrieben, in dem Buch sind viele überlieferte Details enthalten. Den fiktiven Anteil fand ich durchaus fesselnd, dennoch war die Mischung beider Aspekte meiner Meinung nach nicht so ganz gelungen.
Der Schreibstil war zu Beginn mitreißend, der Prolog erzeugte genügend Spannung, um tief in die Handlung einzutauchen, die sich im Mittelteil dann ein wenig in die Länge zog. Für mich war es z.B. nicht zwingend von Interesse, sämtliche Vornamen der vielen (eher nebensächlich erwähnten) Kinder zu erfahren, die mal hier und mal da durch das eigentliche Geschehen tobten, für meinen Geschmack hätte der Alltag im italienischen Exil gern etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Als Pat dann endlich dem Geheimnis in Byrons Keller auf die Spur kam, nahm die Handlung wieder an Fahrt auf und ich mochte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Und trotzdem bin ich nicht so recht zufrieden zurück geblieben, das große Fragezeichen der Geschichte wurde zwar stimmig aufgelöst, allerdings blieb offen, woher (bzw. aus welcher Zeit) Pat aufgetaucht ist. Über ihren Hintergrund und die Personen, mit denen sie bereits vor der Bekanntschaft mit Mary Shelley agiert hatte, hätte ich gern mehr erfahren. Außerdem fand ich den letzten Abschnitt ein wenig verworren, es fiel mir immer schwerer, Pats Sprünge durch Erinnerungen und Zeiten geistig zu sortieren, ich hatte den Eindruck, dass der Autor auf den letzten Metern schnell noch ein paar Fakten aus Mary Shelleys Leben unterbringen wollte, nachdem ich emotional bereits am Ende der Geschichte angekommen war.
Fazit: Für mich hat die Mischung aus Historie und fiktiver Gruselgeschichte leider nicht so recht funktioniert, obwohl die Handlung auf einem soliden Gerüst überlieferter Fakten aufgebaut ist. Der fiktionale Teil war spannend beschrieben, allerdings verliert sich die Geschichte zwischenzeitlich in alltäglichem Durcheinander, die Rahmenhandlung vermittelte für meinen Geschmack zu wenig Hintergrundwissen.
"Die Geister von La Spezia" von Oliver Plaschka ist eine Geschichte, deren Idee ich sagenhaft spannend fand, die mich schlussendlich aber leider nicht in dem Maße begeistern konnte, wie ich es mir vom Klappentext und einer Leseprobe her erhofft hatte. Der Autor vereint jede Menge historischer Fakten mit einer fiktiven Schauergeschichte, die in ihren Grundzügen an "Frankenstein" erinnert. Bezüglich des Lebens der Shelleys und deren Freundeskreis hat er mit Sicherheit akribische Recherchen betrieben, in dem Buch sind viele überlieferte Details enthalten. Den fiktiven Anteil fand ich durchaus fesselnd, dennoch war die Mischung beider Aspekte meiner Meinung nach nicht so ganz gelungen.
Der Schreibstil war zu Beginn mitreißend, der Prolog erzeugte genügend Spannung, um tief in die Handlung einzutauchen, die sich im Mittelteil dann ein wenig in die Länge zog. Für mich war es z.B. nicht zwingend von Interesse, sämtliche Vornamen der vielen (eher nebensächlich erwähnten) Kinder zu erfahren, die mal hier und mal da durch das eigentliche Geschehen tobten, für meinen Geschmack hätte der Alltag im italienischen Exil gern etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Als Pat dann endlich dem Geheimnis in Byrons Keller auf die Spur kam, nahm die Handlung wieder an Fahrt auf und ich mochte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Und trotzdem bin ich nicht so recht zufrieden zurück geblieben, das große Fragezeichen der Geschichte wurde zwar stimmig aufgelöst, allerdings blieb offen, woher (bzw. aus welcher Zeit) Pat aufgetaucht ist. Über ihren Hintergrund und die Personen, mit denen sie bereits vor der Bekanntschaft mit Mary Shelley agiert hatte, hätte ich gern mehr erfahren. Außerdem fand ich den letzten Abschnitt ein wenig verworren, es fiel mir immer schwerer, Pats Sprünge durch Erinnerungen und Zeiten geistig zu sortieren, ich hatte den Eindruck, dass der Autor auf den letzten Metern schnell noch ein paar Fakten aus Mary Shelleys Leben unterbringen wollte, nachdem ich emotional bereits am Ende der Geschichte angekommen war.
Fazit: Für mich hat die Mischung aus Historie und fiktiver Gruselgeschichte leider nicht so recht funktioniert, obwohl die Handlung auf einem soliden Gerüst überlieferter Fakten aufgebaut ist. Der fiktionale Teil war spannend beschrieben, allerdings verliert sich die Geschichte zwischenzeitlich in alltäglichem Durcheinander, die Rahmenhandlung vermittelte für meinen Geschmack zu wenig Hintergrundwissen.