Phantastisch

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fiyero Avatar

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Der Einstieg in den Roman ist mir sehr leicht gefallen: Die düstere Atmosphäre, das stürmische Meer und die historische Kulisse rund um Mary Shelley und Lord Byron haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Im Mittelteil hat die Geschichte für mein Empfinden jedoch etwas an Tempo verloren. Viel dreht sich um Reisen, Gespräche und das Leben der damaligen Gesellschaft, was zwar atmosphärisch dicht und gut recherchiert ist, aber stellenweise auch etwas langatmig wirkt. Die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel sorgen zusätzlich dafür, dass man konzentriert lesen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Erst gegen Ende nimmt die Handlung dann deutlich an Fahrt auf. Hier wird es endlich richtig spannend und auch die fantastischen Elemente treten stärker in den Vordergrund. Gerade dann zeigt sich, wie viel Potenzial in der Verbindung aus historischer Realität und fiktionaler Ausschmückung steckt.
Insgesamt ist es ein stilistisch starkes, atmosphärisches Buch mit einer interessanten Idee, das aber etwas Geduld erfordert. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer dichten, teils düsteren Geschichte belohnt – auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Spannung früher konsequenter aufgebaut wird.