Realität trifft Fantasie

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melanienielson Avatar

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Mit Die Geister von La Spezia entführt Oliver Plaschka seine Leserinnen und Leser in eine atmosphärisch dichte Welt zwischen Realität und Übernatürlichem. Der Roman verbindet historische Elemente mit geheimnisvollen, fast märchenhaften Motiven und schafft so eine ganz eigene, faszinierende Stimmung.
Im Zentrum steht eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und dabei geschickt Spannung aufbaut. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, und nach und nach wird deutlich, dass die „Geister“ nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne zu verstehen sind. Es geht um Erinnerungen, Verlust und die Spuren, die Menschen hinterlassen.
Besonders hervorzuheben ist Plaschkas Sprache: poetisch, detailreich und zugleich zugänglich. Er nimmt sich Zeit für seine Figuren und deren Entwicklung, was dem Roman Tiefe verleiht. Die Charaktere wirken vielschichtig und glaubwürdig, auch wenn sie sich in einer teils übernatürlichen Welt bewegen.
Allerdings verlangt das Buch auch Geduld. Wer eine schnell voranschreitende Handlung erwartet, könnte sich an manchen Stellen gebremst fühlen. Die Stärke des Romans liegt weniger im Tempo als in seiner Atmosphäre und seiner leisen, nachdenklichen Erzählweise.