Reise durch die Erinnerungen
Der Einstieg ins Buch ist mir leicht gefallen und ich hatte mich auf eine spannende und fantastische Reise durch die Erinnerungen von Mary Shelley gefreut. Leider war der Mittelteil dann sehr dröge und es schien nicht viel mehr zu passieren, als dass die illustre Gesellschaft rund um Lord Byron inklusive der Shelleys mal hier, mal da in Italien residierte, Phrasen schwang und ansonsten diversen Lastern fröhnte. Pat als Beobachterin war immer dabei, und ab und zu wurde auch die Technik hinter ihrem Eintauchen in die Gedanken der Personen angesprochen, aber so richtig umfassend erklärt wurde es für meinen Geschmack nicht. So blieb das ganze immer etwas vage und geheimnisvoll, abgesehen davon dass ich die vielen Sprünge durch Zeit und Erinnerung sehr unruhig und abrupt fand. Erst gegen Ende, nach ca. 80%, nahm die Handlung dann - endlich - Fahrt auf und es wurde sogar richtig spannend. Zugegebenermaßen habe ich der Einbindung von Mary Shelleys Meisterwerk von Anfang an wohl zu sehr entgegengefiebert, auch wenn diese nicht explizit als Thema genannt wird. Nun ja, wie der Autor schreibt hat er sich an vielen tatsächlichen Begebenheiten orientiert, aber abgesehen von den klangvollen Persönlichkeiten geben die leider nicht allzu viel her. Erst als er seine eigene Fantasie ins Spiel bringt, gelingt es ihm aus der nicht allzu spannenden Vergangenheit eine doch noch faszinierende und düstere Geschichte zu weben, wie ich sie mir für das ganze Buch gewünscht hätte.