Stark begonnen, schwer zu folgen

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knightlyart Avatar

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Ein interessantes Buchcover und eine vielversprechende Inhaltsangabe wecken zunächst hohe Erwartungen an diesen Roman. Tatsächlich handelt es sich auch um ein außergewöhnliches Werk, das sich deutlich von klassischer Erzählstruktur und gängigen Genre-Konventionen abhebt. Oliver Plaschka verfolgt einen ungewöhnlichen Schreibstil, der stellenweise poetisch und atmosphärisch dicht wirkt, gleichzeitig aber auch fordernd für die Lesenden ist.

Gerade diese Besonderheit wird jedoch schnell zur Herausforderung: Die Geschichte erscheint über weite Strecken verwirrend und schwer greifbar. Es fehlt ein klar erkennbarer roter Faden, der durch die Handlung führt. Dadurch wird es zunehmend schwierig, der Story zu folgen oder eine emotionale Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Einzelne Szenen wirken zwar interessant und geheimnisvoll, fügen sich jedoch nicht zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Während manche Leserinnen und Leser gerade die Komplexität und Offenheit des Romans schätzen könnten, führt sie in diesem Fall eher dazu, dass die Handlung nicht wirklich nachvollziehbar bleibt. Das nimmt dem Buch einen Teil seines Potenzials, denn die Grundidee wirkt durchaus spannend und originell.

Insgesamt ist Die Geister von La Spezia ein mutiger, aber auch anspruchsvoller Roman, der nicht leicht zugänglich ist. Wer Freude an experimenteller Literatur hat, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen – für alle anderen bleibt die Geschichte jedoch eher schwer verständlich und wenig greifbar.