Starker Beginn, dann zu wenig Kontext

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michellemika Avatar

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Die Geister von La Spezia hat mich zu Beginn komplett in seinen Bann gezogen. Schon der Prolog war unfassbar spannend: Percy Shelley auf dem Meer, der Sturm zieht auf, diese bedrohliche Atmosphäre. Ich war sofort gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Genau so stark ging es auch in den ersten Kapiteln weiter.
Besonders die Begegnungen zwischen Pat und Mary Shelley waren voller Spannung und Energie. Die Dynamik zwischen den beiden Frauen war fast ansteckend, ihre Gespräche und das Zusammenspiel haben mich absolut mitgerissen. Diese ersten Kapitel waren echte Pageturner, bei denen man ständig denkt: nur noch ein Kapitel mehr.
Dann begann allerdings die Erinnerungsreise – und ab diesem Punkt habe ich leider zunehmend den Faden verloren. Mir war nicht klar, wie diese Einsicht in die Erinnerungen genau funktioniert und nach welchen Regeln sie abläuft. Dadurch war ich beim Lesen oft verwirrt, musste Szenen noch einmal lesen oder zurückblättern, um Zusammenhänge zu verstehen. Leider hat mich das immer wieder aus der Geschichte herausgerissen.
Ich hätte mir hier deutlich mehr Erklärungen zu Beginn gewünscht. Das hätte man meiner Meinung nach auch ganz unkompliziert in Nebensätzen einbauen können, sodass man als Leser besser durch diese komplexe Ebene geführt wird.
So bleibt für mich am Ende ein Buch mit einem super starken, atmosphärischen und spannenden Anfang, das danach leider zunehmend verwirrend wurde. Sehr schade, denn das Potenzial und die Grundidee sind definitiv da.