Wenn Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
laternenschein Avatar

Von

«Die Geister von La Spezia» von Oliver Plaschka ist ein aussergewöhnliches Buch. Bereits das Cover ist toll gestaltet und widerspiegelt die düstere, geheimnisvolle und gefährliche Stimmung, die sich durch das gesamte Werk zieht. Genau so lässt sich auch der Auftrag der magisch begabten Ermittlerin Pat Colombari beschreiben: Sie soll das Unglück untersuchen, das für den Tod von Percy Shelley verantwortlich ist, und Licht ins Dunkel bringen. Gemeinsam mit Mary lässt sie deren Erinnerungen Revue passieren und ermittelt die genaueren Umstände.

Der Schreibstil von Oliver Plaschka ist angenehm und leicht zu lesen. Es gelingt ihm, mit wenigen Worten eine spannende Atmosphäre aufzubauen und den Figuren Leben einzuhauchen. Es wird schnell klar, dass er sich vertieft mit den historischen Charakteren auseinandergesetzt und gründlich recherchiert hat. Dabei versteht er es, Historisches und Fiktion geschickt miteinander zu verweben und den Text ansprechend zu gestalten. Ich persönlich finde eine solche Mischung immer gewagt und spannend, da es je nach Quellenlage schwierig sein kann, historisch genau zu arbeiten.

Die Idee, sich mit dem Unglück von Percy Shelley auseinanderzusetzen, finde ich grossartig. Mary Shelley ist vielen ein Begriff, doch ihr Mann, obwohl auch er Dichter war, ist oft weniger bekannt. Ich finde es schön, dass ihm mit diesem Buch ein literarisches Denkmal gesetzt wird.

Obwohl mir der Schreibstil von Oliver Plaschka, das Verweben von Geschichte und Fiktion sowie die Figur Percy Shelley gefallen, konnte mich das Buch inhaltlich leider nicht ganz abholen. Ich hatte Mühe, in die Geschichte hineinzufinden, da viele Personen auftreten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder häufig die Namen ihrer Eltern tragen. Zudem gibt es ein ständiges Springen zwischen den Zeiten, was die Orientierung zusätzlich erschwert. Zwischendurch fiel mir das Weiterlesen schwer. Auch die Auflösung sowie der Hintergrund von Pat und ihrem Auftrag konnten mich nicht überzeugen.

Fazit: Das Buch ist besonders für jene geeignet, die mehr über Percy Shelley, Mary Shelley sowie deren Freundes- und Familienkreis erfahren möchten. Man sollte jedoch häufige Zeitsprünge mögen, andernfalls verliert man schnell den Faden.