Anthropologie in Romanform?

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missmarie Avatar

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Bei "Die Gesetze von Liebe und Logik" hat mich vor allem der erlernte Beruf der Autorin Debra Curtis gereizt. Eine studierte Anthropologin schreibt ein Buch über die Gesetzmäßigkeiten der Liebe. Hat sie anders und/oder genauer beobachtet, als wir das im Alltag tun? Sind womöglich Erkenntnisse aus ihrer Arbeit in den Roman eingeflossen? Und unterliegt die Liebe überhaupt Gesetzmäßigkeiten, die sich gar als logische Regeln beschreiben lassen? Schon ohne ein Wort gelesen zu haben, hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen.

Der Blick in die Leseprobe offenbart, dass das Beobachten (zumindest in Form der Ornithologie von Lucys Mann) recht schnell auftaucht. Gleichzeitig gibt es aber auch überraschende Details, die ich so gar nicht erwartet habe: Etwa die Erinnerungen an den Diktator Escobar. Inhaltlich macht also auch die Leseprobe Lust auf mehr. Weniger gefallen hat mir, insbesondere im Prolog, der Schreibstil. Für meinen Geschmack reihen sich hier zu viele Hauptsätze aneinander. Allerdings wird die Sprache nach dem Sprung zu Lucy weicher, weniger abgehakt und der Satzbau komplexer. Womöglich haben die vielen Satzreihen etwas mit der Figur selbst zu tun, die im Prolog erzählt.