Das war leider nicht meine Geschichte

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Hallo ihr Lieben,
heute habe ich meine Rezension zu „Die Gesetze von Liebe und Logik“ von Debra Curtis für euch. Dieses Buch hat es auf meine Wunschliste geschafft, weil ich mir vom Inhalt eine tiefgründige und bewegende Liebesgeschichte erhofft habe und ob ich diese bekommen habe, verrate ich euch jetzt.

In diesem Roman geht es um die Protagonistin Lily, die ihre Jugend in einem kleinen Ort an der Ostküste verbringt. Neben Wochenenden am Strand und wilden Partys erlebt sie dort ihre erste große Liebe und ist überzeugt davon, dass sie ewig halten wird. Doch ein tragisches Ereignis während einer Partynacht zerstört das Leben mehrerer Menschen und führt auch zum Ende der Beziehung. Jahre später findet Lily Halt und ein neues, ganz anderes Glück mit ihrer zweiten großen Liebe und ihr Ehemann Marshall wird ihr Ruhepol. Jedoch lassen Lily die Erinnerungen an ihre Jugendliebe nie ganz los und über Jahrzehnte hinweg kreuzen sich ihre Wege immer wieder, bis zu einer weiteren schicksalhaften Nacht. Zerrissen zwischen Loyalität und Leidenschaft, zermürbt von Schuldgefühlen, muss Lily eine Entscheidung treffen.

Der Beginn dieser Geschichte hat mir relativ gut gefallen. Man begegnet der jungen Lily, erlebt ihr Leben in einem streng katholischen Haushalt, die erste Liebe, einen schweren Verlust und einiges mehr. Leider muss ich sagen, dass es mir der Schreibstil von Debra Curtis nicht so leicht gemacht hat. Die Story lässt sich einfach lesen, aber die Autorin schreibt sehr nüchtern und konnte mich, trotz bildhafter Beschreibungen, die mir manchmal etwas zu ausufernd, waren, nicht richtig in die Geschichte hineinziehen. Oft wirkte es auf mich, als würde Frau Curtis nur an der Oberfläche kratzen und das fand ich, insbesondere bei den schwereren Themen, sehr schade. Hier hat es mir an einer Auseinandersetzung mit Folgen und auch einer emotionalen Verbindung gefehlt. Die verschiendenen Arten mit einem Verlust klarzukommen, fand ich toll beschrieben, gerade bei Lily’s Schwester, aber man bekommt als Leser*in nur kurze Einblicke.

Was mich erst etwas befremdet und später enttäuscht hat war, dass die erste große Liebe der Protagonistin nur als „der Junge“ betitelt wird, was er die ganze Geschichte über bleibt. Auch später als Erwachsener bleibt er namenlos. Falls das ein Stilmittel sein soll, hat sich mir der Sinn dahinter leider nicht erschlossen. Auch die Themen um Schuld hatten, in meinen Augen, viel Potenzial, wurden aber nicht gut auserzählt. In der Geschichte gibt es einige zeitlichen Raffungen, die mich nicht gestört hätte, wenn ich einen besseren Zugang zu den Charakteren bekommen hätte. Was mich irritiert hat war, dass das tragische Ereignis bei der Partynacht in Lily’s Jugend nur teilweise aufgelöst wurde. Hier fehlte mir eine Erklärung für die Szenerie, wodurch eine wichtige Frage offengelassen wurde. Die Entwicklungen rund um die Ehe der Protagonistin und alles Folgende fand ich viel zu klischeehaft. Meinem Gefühl nach hat Debra Curtis es Lily durch eine Einflechtung einer Krankheit zu leicht gemacht und den eigentlichen Knackpunkt des bisherigen Inhalts aus dem Blick verloren. Die Beschreibungen, besonders im letzten Drittel, waren mir alles in allem zu konstruiert und klischeehaft.

Insgesamt war „Die Gesetze von Liebe und Logik“, obwohl ich es mir gewünscht hatte, leider kein Buch für mich. Aufgrund der obengenannten Punkte kann ich es nur eingeschränkt weiterempfehlen. Auf jeden Fall lohnt es sich aber zu schauen, ob einem der Schreibstil liegt, denn die Inhalte haben definitiv gute Aspekte und einiges an Potenzial zu bieten.