Die Dualität des Lebens

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regenprinz Avatar

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Lily und Jane wachsen als Schwestern in Portsmouth an der amerikanischen Ostküste auf. Die Bedingungen, unter denen sie leben, sind eher ungewöhnlich. So wohnt die Familie auf einem Klostergelände, weil der Vater die Internatsschüler der Priory unterrichtet. Die Mutter ist klug und unkonventionell, sie sorgt früh für eine feministische Bildung ihrer Töchter. Beide Schwestern hängen aneinander, entwickeln sich jedoch in verschiedene Richtungen. Jane, die sich für höhere Mathematik interessiert, bleibt zeit ihres Lebens eine Rebellin, die trinkt und Drogen nimmt und sich nicht an gesellschaftliche Normen anpassen will. Lily dagegen versucht ihren Weg zu finden und ein guter Mensch zu sein, so wie der Junge, den sie liebt. Aber eine einzige dramatische Nacht sorgt dafür, dass ihre Lebenspläne zerbrechen. Lilys Leben nimmt einen anderen Weg, doch die Vergangenheit lässt sie niemals los.

Der Roman, der vor allem Lilys Lebensweg über viele Jahrzehnte nachzeichnet, behandelt wichtige persönliche Themen wie Schuld, Sühne und Vergebung, Trauer und Verlust, Liebe und Verrat. Aber er beinhaltet auch spannende Aspekte von Religion, Astronomie, Physik oder Quantenmechanik sowie informative Details über Vogelarten, kulturelle Anekdoten und Literaturzitate und vieles mehr. Insofern fand ich den Roman äußerst vielschichtig und der Titel passt perfekt!

Mir haben Inhalt und Erzählweise jedenfalls gut gefallen. Stellenweise fand ich die Geschichte sehr berührend, vor allem wenn es um den namenlosen Jungen geht. Das Nachwort der Autorin zeigt außerdem, wie viel Arbeit und Recherche zu einzelnen Themen im Buch steckt, das merkt man meiner Meinung nach dem Roman auch an. Von mir eine klare Leseempfehlung für die gelungene Mischung aus Liebe und Logik!