Ein Buch über das Leben und die Liebe
Ein Buch über das Leben und die Liebe. Ich finde, dass der zunächst ein wenig seltsam anmutende Titel "Die Gesetze von Liebe und Logik" des ersten Romans der Amerikanerin Debra Curtis nicht treffender hätte gewählt werden können. Ist er doch stellvertretend, für all die Ambivalenzen, das Hin- und Hergerissensein der Protagonistin Lily. Erste Liebe zu dem 'Jungen' (der in der gesamten Geschichte immer nur 'der Junge' heißt...) an der Highschool, dann ein 'Vorfall', der zu langer Trennung, und ungelösten(Schuld-) Fragen führt, Lilys Weg in den sicheren Hafen mit dem wesentlich älteren Ornithologen Marshall, die Wiederbegegnung mit dem 'Jungen', das Älterwerden und die beginnende Demenz von Marshall... der 'Junge' taucht wieder auf und erneut stellen sich Fragen. Die Ambivalenzen: Lilys Schwester, gleichzeitig engste Vertraute, Logikerin, und Zahlenfanatikerin mit Drogenproblemen. Marshall, der Mensch mit Verstand, den die Demenz ereilt. Der 'Junge', der sich schudig macht und sich aktiv für Vergebung engagiert. Auf die Planbarkeit des Lebens setzen und doch immer wieder vom Zufall ereilt werden. Dass wir nach Ordnung suchen und auf die verlässliche Abfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft setzen, sich die Zukunft aber womöglich bereits in der Vergangenheit ereignet, wie der 'Junge' stets der 'Junge' bleibt, obwohl er älter geworden ist (erste große Liebe halt!), wie losgelöste Dinge auf einer tieferen Ebene doch miteinander verbunden sind und Einfluss nehmen... Und am Ende vielleicht doch die erste Liebe zur Liebe des Lebens wird. Ein gut eingelesenes Hörbuch, welches man mehr als nur einmal hören sollte!