Interessanter, inspirierender Roman über Liebe und Logik

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melanie22 Avatar

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Das Buch „Die Gesetze von Liebe und Logik“ handelt von den Schwestern Lilly und Jane, die mit einer katholisch-feministisch eingestellten Mutter und einem unterrichtenden Vater in den USA auf Rhode Island aufwachsen. Der Roman wird über einen Zeitraum von 1967 – 2007 über vier Jahrzehnte erzählt. Neben den Lebensverläufen der sehr unterschiedlichen Schwestern liegt ein Schwerpunkt insbesondere auf Lillys Liebesgeschichte mit „dem Jungen“, dessen Namen im Buch nie erwähnt wird und ihrer späteren Ehe mit einem Professor für Ornithologie.

Der Roman hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist schön eindringlich und flüssig, sodass man trotz der vielen Zeitsprünge, die nicht immer chronologisch sind, das Buch prima lesen kann. Die dargestellten Personen, insbesondere Lilly, Jane ihre Eltern, der Junge und der Professor für Ornithologie fand ich vielfältig und fein charakterisiert. Es werden im Laufe des Romans viele interessante gesellschaftspolitische Themen angesprochen wie das Patriarchat, Rassentrennung, Geschlechterrollen oder die Rechtsprechung in den USA. Somit bekommen wir auch die Entwicklung in den USA von 1967 bis 2007 mit, wobei viele Themen angerissen aber nicht vertieft werden. Man merkt, das die Autorin emeritierte Professorin für Anthropologie ist, denn es werden auch viele intellektuelle Themen aus der Philosophie, Physik, Mathematik, Biologie, Ornithologie und anderen Fachrichtungen angesprochen. Das Buch ist schon anspruchsvoll und intellektuell, was mir persönlich aber sehr gut gefallen hat. Man bekommt im Prinzip beides: eine sehr berührende Familiengeschichte mit integrierter Liebesgeschichte in den USA über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten und ganz viel intellektuelle, akademische Anregungen zu vielfältigen Themen und Fachrichtungen. Ich fand diese Kombination super und habe das Buch gerne gelesen, hätte mir aber eine tiefgehendere Darstellung und Verwebung der wissenschaftlichen Themen mit der Familiengeschichte gewünscht. Die Geschichte ist von Beginn bis zum Ende sehr interessant und vielfältig gestaltet, sodass es nie langweilig wird. Das Setting in den USA fand ich wirklich sehr gut. Die Darstellung war eindringlich und die Landschaftsbeschreibungen wunderbar atmosphärisch.

Fazit: Ein interessanter Roman, in dem sowohl persönliche Themen wie Trauer, Schuld, Liebe und Familienzusammenhalt als auch gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen ihren Platz haben. Eine ruhige und eindringliche Erzählweise mit Themen, die zum Nachdenken anregen. Für mich ein Buch, das noch länger nachhallt und das mich inspiriert hat, über das Leben nachzudenken.