Satter Tiefgang

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Delia Curtis ist eine eher reif zu nennende Dame. Trotzdem ist das Buch ihr Erstling. Mich mutet der Titel eher merkwürdig an. Liebe und Logik schließen sich nach allgemeinem Verständnis aus. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Am Ende von Teil 1 und Teil 3 wird der Titel begründet und erklärt.
Worum geht es? Es werden rund 50 Jahre im Leben der Schwestern Lily und Jane abgehandelt. Dazu kommt Lilys erste große Liebe, "der Junge". Wer hier einen low-brow-Romantasy erwartet, liegt völlig falsch. Debra Curtis hatte eine Professur an einer University. Das merkt man. Der Anfang ist geprägt von Football, das "der Junge" hochprofessionell spielt. Dazu kommen Musik, vor allem Joni Mitchell, Malerei, besonders Caravaggio, und die zweite Hälfte ist geprägt von Ornithologie und Antropologie. Das Buch bietet also Anspruch satt, fordert aber den Leser. Der Text ist glasklar und perfekt geordnet, sauberste Struktur. Eine hervorragende deutsche Übersetzung liegt vor. Das Lesen geht wie von selbst, ich bin sehr zügig durchgekommen. Eine heitere Lektüre erwarte man bitte nicht. Es geschehen unerwartet schlechte Ereignisse, die Fragen zu Schuld, Sühne und Vergebung aufwerfen. Dostojewski ist nahe. Die Geschichte ist abgeschlossen, läßt den Leser aber nachdenklich zu diesen Themen zurück.
Ein wertvolles Buch mit sattem Tiefgang!