Ein erfrischend anderes Feen-Abenteuer

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Vergesst alles, was ihr jemals über gute Feen gehört habt. Das mit dem permanenten Glitzer-Verstreuen, dem zuckersüßen Dauerlächeln und der Zuckerwatte zum Frühstück hat sich erledigt. Zumindest, wenn es nach Fee Molli geht. Emma Flint räumt in ihrem neuen Reihenauftakt herrlich erfrischend mit den Klischees über Feen auf und schickt eine Heldin ins Rennen, die so herrlich unangepasst ist, dass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss.

Molli geht zwar brav auf die Feenschule, aber die vielen Feenregeln findet sie langweilig. Und wenn ihr langweilig wird, bekommt sie schlechte Laune. Während die anderen Feenschülerinnen feenkonforme Dinge tun, liest Molli heimlich verbotene Abenteuerbücher aus dem Menschenreich, zaubert in Wandlungskunde versehentlich einen echten Drachen herbei und träumt von einer deftigen Zwiebelsuppe statt dem ewigen Süßkram. Ihr Lachen klingt folgerichtig auch nicht wie ein helles Glöckchen, sondern wie eine rostige Fahrradklingel. Als sie wegen ihrer Fehltritte schon bangen muss, überhaupt zum Ausflug in die Menschenwelt zugelassen zu werden, wendet sich das Blatt. Sie bekommt doch noch ihren ersten echten Auftrag! Sie soll dem Jungen Fabio seinen sehnlichsten Geburtstagswunsch erfüllen. Allerdings nicht ohne Aufpasser. Ihr wird der Wandelwicht Pepito an die Seite gestellt, der am liebsten die Gestalt eines extrem eingebildeten, ständig nörgelnden Königspudels annimmt. Dass diese explosive Mischung aus einer motzigen Fee und einem arroganten Luxus-Hund geradewegs in ein riesiges, chaotisches Schlamassel führt, versteht sich von selbst.

Diese Geschichte wird so herrlich allein durch Mollis Charakter. Sie hinterfragt die starren Regeln ihrer Welt, eckt an, bleibt sich selbst aber absolut treu. Sie ist tollpatschig, kreativ bei der Problemlösung und beweist, dass man eben nicht perfekt gelaunt sein muss, um Gutes zu tun. Nach einem etwas ruhigeren Einstieg entwickelt sich der Humor der Handlung so richtig, als das ungleiche Duo in der Menschenwelt landet. Die Dynamik und die hitzigen Dialoge zwischen Molli und dem pudeligen Pepito sind absolut großartig und sorgen für ganz viel Spaß beim Lesen. Zum Finale hin zieht die Spannung noch einmal ordentlich an, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag.

Ein echtes Meisterwerk ist hier ganz klar in Sachen Buchgestaltung gelungen. Das Buch ist ein absoluter Augenschmaus! Schon das Cover glänzt mit schillernden Effekten und der farbige Buchschnitt der ersten Auflage lässt die Herzen im Buchladen höher schlagen. Die Illustrationen von Pernille Ørum sind komplett in Schwarz- und Magentatönen gehalten. Sie sind passende Farbtupfer auf den Seiten und lockern den Text perfekt auf.

Die Schrift ist angenehm groß und der lockere Schreibstil lädt regelrecht zum Selberlesen ein. Wichtige Wörter oder Passagen sind durch unterschiedliche Schriftstärken optisch hervorgehoben. Das sorgt nicht nur für Dynamik beim Lesen, sondern gibt gerade ungeübten Kids oder Lesemuffeln, die sich sonst eher schwertun, einen kinderleichten Einstieg.

Ein absolut gelungenes, herrlich unkompliziertes und witziges Fantasy-Abenteuer, das die Freude am Lesen weckt. Molli bringt frischen Wind in die Kinderbuchregale und macht auch Erwachsenen beim Vorlesen richtig viel Spaß.