Außen hui, innen eher meh

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amerdale Avatar

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Was man an dem Roman ohne Zweifel nur loben kann, ist die Gestaltung des Buches. Hier ist gerade der wunderschöne Buchschnitt hervorzuheben - ich finde ihn so toll, dass ich etwas versucht bin das Buch falschrum in mein Regal zu stellen.

Wäre da nur nicht die Tatsache, dass mich das Buch inhaltlich leider enttäuscht hat. Dies liegt zum einen an der Hauptfigur Nimue, die wir das ganze Buch über begleiten. Und von der wir am Ende kaum mehr wissen als am Anfang. Sie bleibt eine blasse, passive Figur ohne Initiative und Charakter, die nur über ihre Beziehungen zu anderen Figuren (und da bis auf eine Ausnahme auch nur männliche Figuten) definiert wird.
Von einem Buch, das von dem Verlag mit "weibliche Neuerzählung der Artussage" erzählt wird, hätte ich doch erwartet, dass die weibliche Figur auch aktiv Einfluss auf die Handlung nimmt.

Und zum anderen hat mich massiv gestört, wie unterschiedlich das Christentum und die keltische Religion dargestellt werden. Das Christentum wird verkörpert durch Priester, die alle in postivem Licht und als gütig und großzügig dargestellt werden, edel, selbstlos, etc. Es wird viel Platz dafür in der Handlung eingeräumt, dass Männer Nimue diese Religion erklären.
Die keltische Religion dagegen wird nicht erklärt, se existiert halt irgendwie und wird durch Merlin ausgeübt. Und der ist ein Mistkerl, an dem die Autorin ken gutes Haar lässt. Das nahm schon fast klischeehafte Züge an, diese komplett negative Darstellung.

Als Erzählung der Artussage aus weiblicher Sicht ist damit weiterhin Bradleys Avalon-Zyklus die empfehlenswertere Wahl. Ich zumindest werde den zweiten Band von Frau Qunajs Version nicht lesen.