Die Artussage aus neuer Perspektive

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biene101 Avatar

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König Arthur, viele Varianten existieren zu seiner Geschichte. Sabrina Qunaj hat sich an eine neue Perspektive gewagt, die der Seherin Nimue. Die Tochter eines Waffenschmieds, seit ihrer Kindheit mit Arthur befreundet, gesegnet oder verflucht mit ihrer Gabe, gerät in die Fänge von Merlin. Hier war ich das erste Mal überrascht, denn Merlin wird hier sehr dunkel, düster und machtbesessen dargestellt.
Sabine Qunaj verknüpft historische Fakten, die Legendenbildung und reale bzw. fiktionale Personen sehr gekonnt miteinander. Mir hat es gut gefallen, wie sie selbst auch in ihrem Nachwort betont, dass der Leser den Kern der Artussage wiedererkennt.
Weitere Kernthemen sind die damaligen Weltbilder, die zu dieser Zeit aufeinander getroffen sind. Das Christentum und die alten Glaubensvorstellungen, die die Götter in den Fokus rücken. Die daraus entstehenden Konflikte machen die Geschichte sehr spannend.
Tatsächliche Magie hat die Autorin bewusst außen vor gelassen. Der Glaube an die magischen Fähigkeiten einzelner Personen entsteht oft durch die Macht der Angst vor Worten und Taten. Das kommt besonders bei dem Verhältnis zwischen Merlin und Nimue zur Geltung. Angst wurde nicht nur benutzt, um Menschen zu beeinflussen und zu manipulieren, sondern auch um sehr persönliche Interessen durchzusetzen. Besondere Fähigkeiten oder einfach anders sein als andere können damit zur Bedrohung werden.
Nimue ist eine sehr interessante Hauptfigur, die eine starke Entwicklung durchläuft, die mit dem Ende von Band 1 noch nicht abgeschlossen ist. Sie lernt, sich selbst zu vertrauen und den Mut zu haben, eigene Entscheidungen zu treffen.
Ein lesenswerter historischer Roman für alle, die sich für die Geschichten rund um König Arthur interessieren.