Eine gelungene Neuinterpretation der Artussage
„Die Herrin vom See – Schatten über Avalon“ von Sabrina Qunaj hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt eine Geschichte rund um die bekannte Artussage, die auch dann noch einiges zu bieten hat, wenn man mit den Figuren und Legenden bereits vertraut ist. Besonders schön finde ich, dass der Roman dabei durchaus für sich selbst stehen kann und nicht allein davon lebt, dass man die zugrunde liegenden Sagen bereits kennt. Ein großer Pluspunkt sind für mich die Figuren, die liebevoll ausgearbeitet sind. Sie wirken nicht flach oder eindimensional, sondern haben ihre ganz eigenen Persönlichkeiten.
Besonders positiv hervorheben möchte ich außerdem die Gestaltung und die ergänzenden Informationen des Buches. Gleich zu Beginn findet sich ein ausführliches Personenregister, das nicht nur die verschiedenen Figuren aufführt, sondern auch einen Überblick über die unterschiedlichen Königreiche und die Beziehungen der Personen untereinander bietet. Gerade bei historischen Romanen mit einer größeren Anzahl an Figuren kann man schnell einmal den Überblick verlieren, weshalb ich solche Hilfestellungen immer sehr zu schätzen weiß. Ergänzt wird es durch eine Karte und einen kleinen Stammbaum am Ende des Buches. Für mich sind das genau die Details, die die Orientierung innerhalb der Geschichte deutlich erleichtern.
Ein Highlight war für mich das Nachwort der Autorin. Ich schätze es bei historischen Romanen sehr, wenn die Autorinnen und Autoren ihre Geschichte anschließend noch einmal in den historischen Kontext einordnen und genau das geschieht hier auf eine ausgesprochen interessante und reflektierte Weise. Sabrina Qunaj setzt sich dabei auch kritisch mit ihrem eigenen Text und den erzählerischen Entscheidungen auseinander, die sie getroffen hat. Das finde ich besonders gelungen, weil es einen zusätzlichen Einblick in die Überlegungen hinter dem Roman ermöglicht. Besonders spannend fand ich ihre Ausführungen dazu, weshalb sie sich ganz bewusst dagegen entschieden hat, einen Fantasyroman zu schreiben. Schließlich sind die Artussage und insbesondere Avalon für viele Menschen untrennbar mit Magie und übernatürlichen Elementen verbunden. Auch in diesem Roman spielen Visionen, Flüche und ähnliche Vorstellungen durchaus eine Rolle. Die Autorin interpretiert sie jedoch nicht als tatsächliche magische Ereignisse, sondern ordnet sie konsequent in das Weltbild der damaligen Menschen ein. Dadurch wird deutlich, welchen Stellenwert solche Vorstellungen in der damaligen Gesellschaft hatten, ohne dass die Geschichte dafür auf klassische Fantasyelemente zurückgreifen muss. Genau diese Herangehensweise hat mir auch schon während des Lesens ausgesprochen gut gefallen. Die entsprechenden Elemente werden nicht einfach weggelassen, sondern auf eine Weise eingebunden, die zum historischen Anspruch des Romans passt. Für mich ist das eine sehr überzeugende Lösung, die der Geschichte eine eigene Atmosphäre verleiht und gleichzeitig ihren historischen Charakter bewahrt.
Dabei muss ich allerdings zugeben, dass für mich persönlich ein gewisser Fantasyanteil eigentlich ganz selbstverständlich dazugehört, wenn ich gedanklich an den Artushof oder nach Avalon reise. Umso bemerkenswerter finde ich es, dass mir die bewusst historisch geprägte Interpretation von Sabrina Qunaj trotzdem so gut gefallen hat. Auch ohne klassische Fantasy konnte mich ihre Umsetzung überzeugen.
Wer die Artussage liebt, aber nicht unbedingt auf Magie und Fantasy angewiesen ist, dürfte hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Und auch wer, so wie ich, eigentlich gerne etwas mehr Fantasy in Geschichten rund um Avalon findet, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Sabrina Qunaj zeigt, dass diese Sagenwelt auch ohne Fantasy wunderbar funktionieren kann.
Besonders positiv hervorheben möchte ich außerdem die Gestaltung und die ergänzenden Informationen des Buches. Gleich zu Beginn findet sich ein ausführliches Personenregister, das nicht nur die verschiedenen Figuren aufführt, sondern auch einen Überblick über die unterschiedlichen Königreiche und die Beziehungen der Personen untereinander bietet. Gerade bei historischen Romanen mit einer größeren Anzahl an Figuren kann man schnell einmal den Überblick verlieren, weshalb ich solche Hilfestellungen immer sehr zu schätzen weiß. Ergänzt wird es durch eine Karte und einen kleinen Stammbaum am Ende des Buches. Für mich sind das genau die Details, die die Orientierung innerhalb der Geschichte deutlich erleichtern.
Ein Highlight war für mich das Nachwort der Autorin. Ich schätze es bei historischen Romanen sehr, wenn die Autorinnen und Autoren ihre Geschichte anschließend noch einmal in den historischen Kontext einordnen und genau das geschieht hier auf eine ausgesprochen interessante und reflektierte Weise. Sabrina Qunaj setzt sich dabei auch kritisch mit ihrem eigenen Text und den erzählerischen Entscheidungen auseinander, die sie getroffen hat. Das finde ich besonders gelungen, weil es einen zusätzlichen Einblick in die Überlegungen hinter dem Roman ermöglicht. Besonders spannend fand ich ihre Ausführungen dazu, weshalb sie sich ganz bewusst dagegen entschieden hat, einen Fantasyroman zu schreiben. Schließlich sind die Artussage und insbesondere Avalon für viele Menschen untrennbar mit Magie und übernatürlichen Elementen verbunden. Auch in diesem Roman spielen Visionen, Flüche und ähnliche Vorstellungen durchaus eine Rolle. Die Autorin interpretiert sie jedoch nicht als tatsächliche magische Ereignisse, sondern ordnet sie konsequent in das Weltbild der damaligen Menschen ein. Dadurch wird deutlich, welchen Stellenwert solche Vorstellungen in der damaligen Gesellschaft hatten, ohne dass die Geschichte dafür auf klassische Fantasyelemente zurückgreifen muss. Genau diese Herangehensweise hat mir auch schon während des Lesens ausgesprochen gut gefallen. Die entsprechenden Elemente werden nicht einfach weggelassen, sondern auf eine Weise eingebunden, die zum historischen Anspruch des Romans passt. Für mich ist das eine sehr überzeugende Lösung, die der Geschichte eine eigene Atmosphäre verleiht und gleichzeitig ihren historischen Charakter bewahrt.
Dabei muss ich allerdings zugeben, dass für mich persönlich ein gewisser Fantasyanteil eigentlich ganz selbstverständlich dazugehört, wenn ich gedanklich an den Artushof oder nach Avalon reise. Umso bemerkenswerter finde ich es, dass mir die bewusst historisch geprägte Interpretation von Sabrina Qunaj trotzdem so gut gefallen hat. Auch ohne klassische Fantasy konnte mich ihre Umsetzung überzeugen.
Wer die Artussage liebt, aber nicht unbedingt auf Magie und Fantasy angewiesen ist, dürfte hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Und auch wer, so wie ich, eigentlich gerne etwas mehr Fantasy in Geschichten rund um Avalon findet, sollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Sabrina Qunaj zeigt, dass diese Sagenwelt auch ohne Fantasy wunderbar funktionieren kann.