Jenseits der Magie

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anjulia Avatar

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Nimue, die Tochter eines Schmiedes, lebt an einem großen See. Sie hat die Gabe Visionen über die Zukunft zu erhalten. Ihre Kindheit sowie die Kindheit der befreundeten Fürstensöhne Kay und Arthur neigt sich dem Ende entgegen, als der hohe Druide Merlin bei ihrem Vater das Schwert Excalibur in Auftrag gibt.

Das blaue Cover, ein Schwert umgeben von Rosen, sowie der dazu passende blau-goldene Farbschnitt sehen sehr hübsch aus.

Die Herrin vom See – Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj ist kein Fantasy-Roman und auch keine Liebesgeschichte, sondern ein starker historischer Roman über Britannien um das Jahr 500. Tatsächliche Belege über einen Hochkönig Arthur gibt es nicht, trotzdem könnte man sich vorstellen, dass sich seine und Nimues Geschichte so zugetragen hat. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass die Autorin es schafft, die Elemente der Arthus-Sage in einen historischen Kontext zu setzen. Nimue ist zu Beginn des Buches eine junge Frau, manchmal unsicher, weil es ihr an Lebenserfahrung fehlt, manchmal zweifelnd nicht nur an ihrer Gabe, sondern auch an den Menschen, die sie in verschiedene Richtungen ziehen. Trotzdem ist sie stark und setzt sich mehrfach für ihre Überzeugungen ein. Sie versucht, das Richtige zu tun, auch wenn sie dafür Opfer bringen muss, bis zu einem Punkt, an dem die Masken fallen und sie sich selbst retten muss. Druide Merlin sieht in Nimue die Möglichkeit zur Erfüllung einer Prophezeiung. Er entwickelt eine regelrechte Obsession. Anders als in einigen anderen Umsetzungen ist Merlin ein sehr unangenehmer, kalter, fanatischer Charakter. Auch einige andere Charaktere der Sage sind Teil des Buches. Ein ganz zentraler Aspekt ist auch die Verdrängung der alten Religion durch das Christentum, was direkte Auswirkungen auf Nimue in ihrer Funktion als Seherin hat. Die Geschichte selbst liest sich gut und schnell, aber gerade zum Ende gibt es Szenen, die mich etwas fassungslos zurückgelassen haben. Auf jeden Fall bin ich jetzt auf Band 2 und die weitere Umsetzung gespannt.