Mythos mal ganz anders

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
firren Avatar

Von

Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, aber Sabrina Qunaj schafft es, die Artussage auf eine neue Art zu interpretieren, die mir beim lesen das Gefühl gegeben hat, die Geschichte zum ersten Mal zu lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht Nimues erzählt, Tochter eines Schmieds und eine Seherin mit einer besonderen Verbindung zum Wasser. Als Merlin ihre Fähigkeiten entdeckt, gerät sie zwischen die Fronten eines Religionskriegs, eigener Interessen verschiedenster hochrangiger, mächtiger Personen, höfischer Intrigen und Kämpfe. Das Cover fängt für mich die Atmosphäre des Buches sehr gut ein, die Stimmung im Buch hat mich oft an aufgewühltes, welliges Wasser erinnert. Mir hat der Fokus auf die Frauenfiguren in diesem Buch gut gefallen. Nimues Charakterentwicklung hat mir dabei leider oft etwas gefehlt. Gefühlt macht sie einerseits Sprünge, andererseits verharrt sie teilweise in alten Glaubenssätzen oder macht wieder Rückschritte, was mich beim Lesen oft frustriert hat. Es gab für mich viele unerwartete Wendungen, besonders das Ende. Sprachlich gelingt es der Autorin durch Wortwahl und bildhafte Beschreibungen wunderbar, die Atmosphäre der Zeit und der Orte zu vermitteln, ich fand den Schreibstil sehr packend und angenehm. Insgesamt ist es ein empfehlenswerter und spannender neuer Blick auf die Artussage und ein Auftakt, der mich sehr neugierig auf die Folgebände gemacht hat.