Die Hexenschwestern und der Fluch der 13

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Das Cover mit dem mysteriösen Honeysuckle House vor dem dunklen Nachthimmel wirkt auf mich magisch und mystisch. Die herbstlichen Blüten und Blätter mit den kleinen Bienchen darauf, beleben die Szenerie und machen sie freundlich und behaglich. Ich mag die kontrastreichen Farben und den dazu passenden Farbschnitt mit dem geheimnisvollen Schlüsselloch. Die wunderschöne Optik des Buches vermittelte mir das Gefühl eines warmherzigen, aber aufregenden Fantasyromans, in den ich sofort eintauchen wollte.

Die zwei Hexenschwestern Florence und Evie waren mir auf Anhieb sympathisch. Sie gingen ganz gegensätzlich mit dem Fluch um, der seit langer Zeit auf der Familie lastete und alle 13 Jahre ein Todesopfer im Honeysuckle House forderte. Evie wirkte ihre Magie weiterhin und war davon überzeugt, dass das Haus sie und ihre Tochter Clara beschützen würde, Florence dagegen hatte es aus Angst vor dem Fluch seit Jahren nicht betreten und keine Magie mehr ausgeübt. Die zentrale Frage war, welche Taktik sich am Schluss sich als die bessere erweisen und ob, wie alle 13 Jahre am 13. Oktober, wieder ein ein geliebter Mensch sterben würde!

Die Ausgangssituation war so voller verschiedener Möglichkeiten, dass ich überaus gespannt war, wie sich die bedrohliche Lage entwickeln und am Ende aufgelöst würde. Mir gefiel die herbstliche Atmosphäre, die die Autorin mit ihrem anschaulichen Schreibstil vermittelte sehr gut und vor allem die lebendigen Häuser mit ihren magischen Eigenschaften hatten es mir angetan! Eine tolle Vorstellung, dass sie ein Eigenleben entwickeln, sobald eine Hexe darin wohnt... Das Honeysuckle House bekam sogar eigene Kapitel, um seine Meinung und Gefühle aus seiner Sicht zu schildern. Das machte es zu einem eigenständigen Charakter, den ich sehr geliebt und mit ihm gelitten habe.

Ich habe mich außerdem über die Tatsache gefreut, dass queere Charaktere ganz selbstverständlich in der Handlung vorkamen und die Love Storys authentisch und unaufdringlich beschrieben wurden. Die Magie der Tarotkarten und ihre Deutung fand ich interessant und ich mochte, dass oft am Anfang eines Kapitels die zum Inhalt passende Karte gezeigt und erklärt wurde. Auch die kleinen Bienchen, die immer mal wieder auf den Seiten auftauchten, haben mein Leserinnenherz erfreut.

Owen, Angela und die fröhliche Clara bereicherten als liebenswerte, wichtige Nebenfiguren die Handlung, die mir zu Beginn eine Wohlfühlatmosphäre vermittelte. Diese wandelte sich aber drastisch, als mir durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit klar wurde, dass die Familie in den verschiedenen Generationen durch eine Spirale der Gewalt geprägt war. Das hatte ich in diesem cosy anmutenden Roman nicht erwartet und es nahm mir durch die allgegenwärtige Präsenz ein wenig die Freude am Buch. Ein willkommener Lichtblick war dann wieder der süße Kater Ink, der durch Claras Kerzenzauber auftauchte und den ich sofort in mein Herz geschlossen hatte.

Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, obwohl sie ein wenig anders war, als ich es erwartet hatte.