Ein lebendiges Haus, ein tödlicher Fluch und genau die richtige Portion Witchy Cozy. 🕯️🔮🍂

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april1985 Avatar

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Meine Gedanken:

Die ersten Seiten gelesen – und ich hatte direkt dieses wohlig warme Gefühl. "Die Hexen vom Honeysuckle House" versprüht einen ganz besonderen Zauber. Und das, obwohl über allem ständig dieser Fluch schwebt: Alle 13 Jahre fordert er ein Todesopfer. Immer am 13. Oktober. Immer an Florence’ Geburtstag. Genau diese Mischung aus cozy, witchy Atmosphäre und düsterer Bedrohung habe ich geliebt.

Honeysuckle House lebt:

Mein vielleicht größtes Highlight ist Honeysuckle House selbst. Denn es ist eine eigene Protagonistin. Das Haus beobacht und reagiert auf seine Besucher. Manchmal treibt es mit seinen Bewohnern und Gästen auch einfach ein bisschen Schabernack.

Genau diese kleinen Momente geben Honeysuckle House so unglaublich viel Persönlichkeit. Ich liebe Geschichten, in denen Gebäude mehr sind als bloße Kulisse sind. Und dieses Haus hat für mich ganz eindeutig eine eigene Seele. Es lebt.

Cozy, witchy und wunderbar detailverliebt:

Und dann wäre da natürlich die Magie. Ich liebe, wie cozy sich Hexerei in diesem Buch anfühlt. Kerzenziehen, Zaubersprüche, Steine, Turmaline, Quarze und Tarotkarten – nichts davon wirkt aufgesetzt oder wie bloße Dekoration. Die Magie gehört ganz selbstverständlich zum Alltag der Figuren und fühlt sich warm, bodenständig und heimelig an. Practical Magic.

Dazu kommt ein zauberhafter Buchladen, der für mich ebenfalls diesen ganz besonderen Wohlfühlcharakter hat. Bücher, Magie, Kerzenlicht und das Gefühl, dass sich in jeder Ecke etwas Verzaubertes verbergen könnte. .

Das Mysterium um die Todesfälle:

Was das Buch für mich aber wirklich zum Pageturner gemacht hat, ist das Mysterium um die Todesfälle. Alle 13 Jahre. Immer an Florence’ Geburtstag. Und jedes Mal bleibt die Frage: Was steckt wirklich dahinter? Warum wiederholt sich alles? Was ist damals passiert? Und lässt sich dieser Kreislauf überhaupt durchbrechen?

Gerade diese Fragen haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte. Die Geschichte lebt für mich ganz stark von diesem Kontrast: Auf der einen Seite möchte ich mich in Honeysuckle House einkuscheln und mich von all der Magie verzaubern lassen, auf der anderen Seite wartet da ein jahrzehntealter Fluch. Cozy? Ja. Aber eben auch ziemlich mörderisch.

Zurück in die Vergangenheit:

Besonders spannend fand ich die Zeitsprünge. Wir bleiben nicht nur in der Gegenwart, sondern reisen auch in die 1960er- und 1990er-Jahre zurück. Dadurch lernen wir frühere Generationen kennen und erfahren Stück für Stück, was sich damals abgespielt hat. Und manches davon ist wirklich heftig.

Wir erleben die Auswirkungen mancher Handlungen und sehen, was innerhalb der Familie passiert ist. Nach und nach entsteht aus einzelnen Ereignissen ein deutlich größeres Bild. Ich liebe Geschichten, in denen Geheimnisse über mehrere Generationen hinweg miteinander verbunden sind.

Mehr als nur Schwestern und ein Familienfluch:

Womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet hatte, waren die traumatischen Ereignisse, die im Laufe der Geschichte immer mehr Raum einnehmen. Denn "Die Hexen vom Honeysuckle House" erzählt letztlich von so viel mehr als nur von Schwestern, Magie und einem Fluch.

Es geht um Familie, um Probleme innerhalb einer Familie, um Verletzungen, die nicht einfach verschwinden, um Erwartungen, Geheimnisse und Dinge, über die viel zu lange geschwiegen wurde. Gerade durch die verschiedenen Zeitebenen wird deutlich, wie sehr frühere Generationen das Leben der nächsten prägen können.

Auch Queerness spielt eine Rolle, ebenso wie traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Damit hatte ich bei dieser cozy wirkenden Geschichte nicht unbedingt gerechnet.

Tarotkarten als Kapitel:

Auch der Aufbau des Buches hat perfekt zu dieser Geschichte gepasst. Jedes Kapitel ist einer Tarotkarte gewidmet – und ich liebe solche kleinen Details.

Es passt nicht nur optisch perfekt zur witchy Atmosphäre, sondern verstärkt auch dieses Gefühl, dass Schicksal, Deutung und Vorahnung ständig über allem schweben. Was bedeutet die Karte? Was kündigt sie an? Ist sie eine Warnung, ein Hinweis oder versteht man ihre Bedeutung vielleicht erst später? Für mich macht genau so etwas ein Buch noch atmosphärischer.

Stars-Hollow-Vibes mit Haunted-House-Twist:

Vom Gefühl her hatte ich beim Lesen immer wieder richtige Stars-Hollow-Vibes. Eine kleine Stadt, eigenwillige Bewohner, viel Gemeinschaft und ein Ort, der sofort einen ganz eigenen Charakter bekommt. Nur dass über dieser Version von Stars Hollow eben zusätzlich ein jahrzehntealter Todesfluch liegt.

Ich mochte diese Mischung unglaublich gerne. Denn "Die Hexen vom Honeysuckle House" ist für mich weder reine Cozy Fantasy noch klassischer Horror. Es nimmt von beidem etwas. Gemütlichkeit und Bedrohung existieren hier gleichzeitig. Es ist cozy, witchy und gruselig genug, dass man immer wieder daran erinnert wird: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

Was bleibt?

Ein lebendiges Haus. Ein magischer Buchladen. Kerzen, Kristalle, Tarotkarten und Zaubersprüche. Frauen mehrerer Generationen. Dunkle Familiengeheimnisse. Traumatische Erfahrungen. Queerness. Ein Fluch, der alle 13 Jahre ein Todesopfer fordert. Und ein Geburtstag, der immer näher rückt.

"Die Hexen vom Honeysuckle House" hat für mich genau diese Mischung, die ich bei Witchy Reads liebe: cozy genug zum Einkuscheln, düster genug zum Miträtseln und mysteriös genug, dass man immer noch ein Kapitel weiterlesen möchte. Gleichzeitig steckt unter der warmen, magischen Oberfläche deutlich mehr, als ich anfangs erwartet hatte.

Es geht nicht nur darum, einen Fluch zu brechen. Es geht um Familie, darum, was Familien einander antun können, darum, was verschwiegen wird und wie lange alte Verletzungen nachwirken können.

Vor allem Honeysuckle House selbst hat es mir angetan. Dieses Haus hat Charakter, Humor, Geheimnisse – und eine Seele. Zusammen mit dem Murder Mystery rund um die Todesfälle entsteht daraus eine Geschichte mit richtig großer Sogwirkung.

Cozy, witchy, geheimnisvoll – und überraschend emotional und düster.

🦉🦉🦉🦉🦉 / 5

Fünf Eulen für Tarotkarten, dunkle Familiengeheimnisse und ein Haus, in das ich trotz Fluch vermutlich sofort einziehen würde. 🕯️🍂🔮