In Ordnung

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rileyross Avatar

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Ich glaube, die Vermarktung dieses Buches als „Cozy Fantasy“ war ein Fehler, denn für Fans dieses Genres ist es meiner Meinung nach zu düster und die Einsätze sind zu hoch. „Healing Fiction“ (Literatur, die Heilungsprozesse thematisiert) wäre die passendere Kategorie gewesen. Genau dieser Aspekt hat mich bei der Stange gehalten, da ich mich bei rein „gemütlichen“ Geschichten oft langweile. Allerdings hatte ich auf eine stärker charakterzentrierte Erzählung gehofft, weshalb mich das Buch letztlich nicht ganz überzeugen konnte.

Beispiele für die düstere Stimmung: Es gibt explizite Schilderungen körperlicher Misshandlungen zwischen Mutter und Tochter (etwa Haareziehen), emotionalen Missbrauchs, Morde sowie Gefahrensituationen für eine Katze (wenn auch ohne deren Tod) usw.

Die Geschichte handelt von den Schwestern Florence und Evie, Evies Tochter Clara und dem magischen Haus, das ihnen als Zuhause dient. Doch auf der Familie lastet ein Fluch: Alle dreizehn Jahre müssen sie mitansehen, wie ein geliebter Mensch stirbt. Missbrauch zieht sich wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte, vor allem ausgehend von der verstorbenen Mutter und Großmutter der Mädchen. Florence, die als einsame Beschützerin fungiert, betreibt einen magischen Buchladen; eines Tages beschwört Clara dort eine schwarze Katze herbei.

Die Familie versucht, den Fluch zu brechen, wobei auch romantische Elemente eine Rolle spielen.

Was mir besonders gefiel: Die Figur der Regina – der bösen Großmutter – und das „Honeysuckle House“ waren wohl die interessantesten Charaktere des Buches. Die Autorin ist selbst Hexe, Tarot-Leserin und Kräuterkundige; ihr Fachwissen kam wunderbar zur Geltung, etwa bei der Darstellung des Kerzenziehens und der Tarot-Praktiken, die geschickt in die Handlung eingebunden waren. Die queeren Liebesgeschichten waren sehr schön. Auch das Rätselraten um die Auflösung des Fluchs fand ich gelungen. Und nicht zuletzt mochte ich Ink, die Buchladenkatze.

Letztendlich empfand ich die Charaktere jedoch als blass und schwer voneinander zu unterscheiden; es fehlte ihnen an ausgeprägten Persönlichkeiten und individuellen Interessen, weshalb ich keinen rechten Draht zu ihnen fand. Die Darstellung der Schwestern – mit all der Nähe und den Spannungen, die eine solche Beziehung mit sich bringt – empfand ich hingegen als sehr treffend. Clara wirkte in den Kapiteln aus ihrer Sichtweise allerdings sehr kindlich. Hätte man mehr Zeit in die Charakterentwicklung investiert, wäre die Geschichte für mich wahrscheinlich interessanter gewesen.