Solide Grundidee, ausbaufähige Umsetzung

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Die Hexen vom Honeysuckle Haus von Liz Parker ist ein Buch, das optisch sofort ins Auge sticht: Das Cover und der Farbschnitt sind einfach wunderhübsch gestaltet und machen richtig Lust darauf, in die Geschichte einzutauchen.

​Die Grundidee des Romans ist absolut solide und vielversprechend, auch wenn die Umsetzung an manchen Stellen durchaus noch etwas ausbaufähig gewesen wäre.

Die Charaktere fallen unterschiedlich aus – manche wachsen einem schneller ans Herz, andere wirken weniger sympathisch. Insgesamt empfand ich die Figuren leider als etwas oberflächlich gezeichnet.

Dafür entschädigen jedoch die magischen Zuhause der Hexen: Die Haus und Laden besitzen ein faszinierendes Eigenleben. Sie sind ihren Besitzern stets wohlgesonnen, unterstützen sie, kennen sie durch und durch und kommunizieren sogar mit ihnen – ausgesprochen sympathische Gebäude, die der Geschichte einen besonderen Charme verleihen!

​Auch das Magiesystem hebt sich erfrischend ab und bietet eine tolle Abwechslung zu typischen Hexen-Tropes: Statt klassischer Zauberstäbe, komplexer Sprüche oder brodelnder Tränke dreht sich hier alles um Tarotkarten und Kerzen.

Das restliche Setting bleibt im Vergleich dazu – abgesehen von den lebendigen Häusern und der stimmungsvollen Buchhandlung – leider eher verschwommen, was genauso für die übrigen Stadtbewohner gilt.

​Das Mitfiebern bei der Suche nach Antworten war einerseits wunderbar und spannend, andererseits phasenweise aber auch etwas langatmig und nervenaufreibend. Das lag vor allem daran, dass lange Zeit jeder Charakter sein eigenes Süppchen kocht, anstatt dass alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten.

​Fazit: Ein schöner, gemütlicher Hexenroman mit einer frischen Magieidee und zauberhaften Schauplätzen, der bei der Charaktertiefe und Plot-Dynamik allerdings noch ein wenig Luft nach oben hat.