Teils magisch, teils düster

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lynn253 Avatar

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Kurz zum Inhalt: Im Zentrum des Romans steht der Familienfluch der Caldwells: Alle 13 Jahre stirbt am 13. Oktober ein geliebter Mensch in ihrem Zuhause, dem Honeysuckle House. Die beiden Schwestern Evie und Florence wollen den Fluch aufhalten, sind sich über das Wie allerdings vollkommen uneins.

Besonders gut gefallen hat mir die Art und Weise, wie Magie gewirkt und beschrieben wird. Die Caldwell-Hexen können magische Kerzen ziehen, in die sie ihre Intentionen hineinfließen lassen. Mit dem Anzünden der Kerzen wird die Magie schließlich freigesetzt. Das Kerzenziehen wird sehr anschaulich beschrieben, sodass ich mir die einzelnen Schritte gut vorstellen konnte. Auch Tarotkarten legen spielt eine wichtige Rolle. Die entsprechenden Szenen sind ebenfalls verständlich und anschaulich gestaltet, sodass man der Handlung auch ohne Vorkenntnisse problemlos folgen kann.
Darüber hinaus sind sowohl das Honeysuckle House als auch Florences Buchladen magisch. Beide Orte haben ein eigenes Wesen, das sich in vielen liebevoll erzählten Details zeigt. So kann der Buchladen einem beispielsweise Bücher vor die Füße werfen, die man gerade lesen sollte, oder eine tröstliche Tasse Tee bereitstellen.

Erzählt wird aus den Perspektiven verschiedener Caldwell-Hexen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Florence und Evie in der Gegenwart, aber auch Evies Tochter Clara sowie die Vorfahrinnen Violet und Regina kommen in unterschiedlichen Zeitebenen zu Wort. Sogar das Haus selbst erhält eine Stimme. Trotz der Zeitsprünge konnte ich der Geschichte gut folgen und fand auch den Schreibstil angenehm zu lesen.
Neben den Caldwell-Schwestern, Florence und Evie, spielen auch Evies Freundin Angela und der Imker Owen eine wichtige Rolle. Trotzdem wirkten beide auf mich häufig eher wie Statisten. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren, ihre Hintergründe kennengelernt und mehr von ihren Persönlichkeiten gesehen.

Ein zentraler Punkt ist natürlich der Fluch. Seine Auflösung ist komplex und gleichzeitig schlüssig und blieb für mich bis zum Ende spannend. Darüber hinaus behandelt der Roman einige sehr schwere Themen: emotionalen und körperlichen Missbrauch in der Kindheit, eine hochgradig dysfunktionale Familie, daraus resultierende posttraumatische Belastungsstörung sowie generationenübergreifendes Trauma. Diese Themen werden grundsätzlich behutsam und nachvollziehbar dargestellt. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe und Raum für die Verarbeitung gewünscht. Es werden sehr viele schlimme Dinge thematisiert, die für mich nicht immer ausreichend eingeordnet oder aufgearbeitet wurden.
Das Buch wird unter anderem als „Cosy Mystery“ beworben - da würde ich nicht unbedingt mitgehen. Es gibt durchaus gemütliche Elemente, allen voran der zauberhafte Buchladen und die vielen kleinen magischen Details. Gleichzeitig geht es aber auch um sehr düstere Themen wie Tod, Mord und Missbrauch. Für mich kam beides hier zu einer spannenden Geschichte zusammen, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle ein paar mehr Details gewünscht hätte.