Metaebene ist zu gewollt
Für mich leidet der Auftakt von "Die Insel der Schimpansen" unter seiner bemühten Rahmenerzählung: Die Meta-Ebene um den Naturforscher Jeremy Melon wirkt stark gewollt, und seine Dauerreflexionen über Fiktion und Schreibprozess bremsen die Handlung immer wieder unnötig aus. Ganz anders sieht es aus, sobald der Roman in den Dschungel wechselt. Der Machtkampf um das gestürzte Alpha-Männchen Gaffa sowie die Spannungen zwischen Doogie, Nixon und der hilflosen Angel sind dicht, bildhaft und extrem dynamisch erzählt. Dann kommt aber wieder die Meta-Ebene und ich als Leserin bin direkt wieder raus aus der atmosphärischen Szene.