Zwischen Macht, Misstrauen und sprechenden Schimpansen

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Das Cover von „Die Insel der Schimpansen“ wirkt auf mich zunächst sehr schlicht und zurückhaltend. Die kleine Illustration eines Schimpansen passt zum Titel, ohne zu viel über die Geschichte vorwegzunehmen. Gerade dieser reduzierte Eindruck macht mich neugierig.
Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Besonders interessant finde ich den ungewöhnlichen Einstieg über Jeremy Melon, der selbst darüber reflektiert, wie schwierig es ist, zwischen Wahrheit, Erinnerung und Legende zu unterscheiden. Dadurch entsteht von Anfang an eine geheimnisvolle Atmosphäre. Gleichzeitig wird mit Gaffas Sturz sehr schnell Spannung aufgebaut: Aus einem scheinbaren Unfall entwickelt sich unmittelbar ein Machtkampf innerhalb des Clans.
Auch die bisher vorgestellten Figuren wirken bereits erstaunlich vielschichtig. Angel ist für mich besonders interessant, weil sie als Außenseiterin zwischen den Schimpansen lebt und deren Verhalten genau beobachtet. Doogie und Nixon könnten unterschiedlicher kaum sein – während Doogie seine Stärke und Wut offen zeigt, agiert Nixon wesentlich überlegter und politischer. Gerade bei Nixon bleibt für mich die Frage offen, ob seine Freundlichkeit gegenüber Angel tatsächlich selbstlos ist.
Ich erwarte eine spannende Geschichte über Macht, Loyalität, Vertrauen und die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Besonders neugierig bin ich darauf, was es mit der angekündigten „mystischen Insel“ und den sprechenden Tieren auf sich hat. Die Leseprobe hat jedenfalls genug offene Fragen hinterlassen, dass ich unbedingt weiterlesen möchte.