Abgeholt und nachdenklich abgesetzt

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natelupin Avatar

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**Eine Geschichte, die mich sprachlos zurücklässt**

Ich habe das Buch mit Begeisterung beendet – und gleichzeitig mit einer tiefen Sprachlosigkeit. Glücklich, berührt und irgendwie noch immer mitten in der Geschichte.

John Ironmonger hat es wieder geschafft, mich in eine Welt zu entführen, die mich nicht einfach nur unterhält, sondern noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Dabei ist „Die Insel der Schimpansen“ nicht durchgehend eine leichte Geschichte. Das Schicksal von Angels Familie hat mich traurig zurückgelassen. Und doch liegt in diesem Ende etwas Friedliches und Schönes – etwas, das sich am Ende stimmig und fast schon im Einklang anfühlt.

Besonders erschüttert hat mich die Grausamkeit der Antagonisten. Nicht nur, was den Tieren angetan wird, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der manche Menschen tierisches Leben als weniger wert betrachten. Immer wieder stellt sich die Frage, warum der Mensch sich eigentlich für etwas Besseres oder Stärkeres hält. Gerade dieser kritische Blick auf unseren Umgang mit Tieren hat mich sehr bewegt.

Angel habe ich dabei sofort ins Herz geschlossen. Ich konnte mich unglaublich gut mit ihr identifizieren – besonders in ihrem unbedingten Willen, für die Tiere zu kämpfen, die sie liebt. Und auch an die Schimpansen musste ich mich zunächst etwas gewöhnen. Doch irgendwann habe ich selbst mit ihnen mitgefiebert, mit ihnen gehofft und um sie gebangt. Ironmonger schafft es, ihre Welt so greifbar zu machen, dass sie für mich irgendwann weit mehr waren als einfach nur Tiere innerhalb einer Geschichte.

Für mich bestätigt dieses Buch einmal mehr, dass Tiere Gefühle haben und ein Recht darauf, sicher und geliebt zu leben. Es zeigt gleichzeitig, wie grausam und egoistisch der Mensch sein kann, wenn er Tiere auf gefühllose Wesen reduziert.

Und dann ist da natürlich St. Piran. Dieses Mal spielt der Ort nur einen Teil der Geschichte, weshalb sich das Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“ etwas seltener eingestellt hat. Trotzdem liebe ich es, dass Jeremy die Geschichte erzählt und dadurch immer wieder auftaucht. St. Piran ist für mich inzwischen eine warme Konstante in Ironmongers Büchern – ein Ort, an den ich als Leserin gerne zurückkehre, weil ich weiß, dass ich dort Menschen wiederbegegne, die ich längst ins Herz geschlossen habe, und ihr Leben ein Stück weiterverfolgen darf. Fast wie eine kleine Heimat in der Welt der Bücher.

Wie schon in „Der Wal und das Ende der Welt“ und „Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen“ steht auch hier das Bewusstsein für Leben, Tiere und Natur im Mittelpunkt. Ironmonger hinterfragt erneut kritisch den Umgang des Menschen mit seiner Umwelt – diesmal besonders unseren Umgang mit Tieren. Und genau diese Verbindung aus einer mitreißenden Geschichte und einer wichtigen Botschaft liebe ich an seinen Büchern so sehr.

Ich liebe John Ironmongers Schreibstil. Er fesselt, ohne festzuhalten. Er entführt mich in seine Geschichten und lässt mich am Ende irgendwie erhellt wieder daraus auftauchen. Und obwohl das Buch endet, lässt mich die Geschichte nicht einfach los. Sie bewegt mich noch immer – sogar jetzt, in dieser Nacht, in der ich eigentlich längst hätte aufhören wollen, darüber nachzudenken.

„Die Insel der Schimpansen“ gehört für mich damit gleichwertig neben Ironmongers andere Bücher. Nicht, weil sie alle gleich sind, sondern weil er immer wieder etwas schafft, das für mich nur wenige Autoren schaffen: Er holt mich ab, entführt mich in eine andere Welt und lässt mich am Ende mit einem Gedanken oder einer Lehre zurück, die vielleicht ein kleines Stück dazu beitragen kann, unsere eigene Welt besser zu machen.

Ich empfehle grundsätzlich alle Bücher von John Ironmonger – und auch dieses ganz besonders. Für mich ist „Die Insel der Schimpansen“ eine absolute Bereicherung: **erhellend, bewegend und voller Leben.**

**Meine fünf Worte:** Erhellend. Dschungel. Naturschutz. Tierschutz. Leben.