Evolution der Affen

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murksy Avatar

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Eine junge Forscherin bekommt das unglaubliche Angebot auf einer Insel im Victoriasee eine Gruppe wildlebender Schimpansen zu beobachten. Das Ziel der Frau ist es, ihre Theorie, dass die Affen über eine Sprache verfügen, zu belegen. Dazu muss sie sich in die Gruppe einfügen und mit den Tieren leben. Zunächst funktioniert das gut, das komplexe System der Affenhorde nimmt die Frau an. Doch als eine Investorengruppe die Insel kauft, wird die Insel zu einer tödlichen Bedrohung.
Der Autor ist Zoologe. Das merkt man dem Buch an. Geschickt verarbeitet er wissenschaftliche Erkenntnisse in seinem fiktiven Ökothriller. Inspiriert wurde John Ironmonger unter anderem von Jane Goodall, deren Forschungen mit Schimpansen bahnbrechend waren und sind. Die Kernfrage des Romans ist, ob Schimpansen sprechen können. Dass sie kommunizieren ist klar. Vögel zwitschern, Ameisen nutzen Pheromone und die Walgesänge sorgen immer wieder für Erstaunen. Doch wie sieht es mit einer Sprache aus? Bestimmte Laute oder Gesten, die etwas beschreiben sollen? Neue Forschungen unterstreichen diese Vermutung. Und warum auch nicht? Schimpansen haben trotz großer Unterschiede 98,7 Prozent Übereinstimmung mit unserem Erbgut. Hauptsächlich in der Nutzung der Gene sind die größten Differenzen zu vermerken. Betrachtet man aber das soziale Verhalten, die Nutzung von Werkzeugen, die unterschiedlichen Charaktere, dann sind die Unterschiede doch nicht so groß. Wie das Buch richtig beschreibt, lassen sich solche Fragen zur sprachlichen Kommunikation nur an wilden Tieren erforschen. Zootiere haben einen anderen Lebensraum und -zyklus. Dort tatsächlich Beobachtungen zu machen, die Wildtieren entsprechen, kann nur teilweise funktionieren. Werden durch solche Bücher Tiere vermenschlicht? Ich denke nein. Vielmehr wird der Leser dazu aufgefordert, über den Begriff des Menschseins nachzudenken. Wir sind nicht mehr als hoch entwickelte Menschenaffen. Sprache hat sich auch bei uns erst sehr kurzfristig, in Bezug auf die Evolutionsdauer gemessen, entwickelt. Wenn man sich betrachtet, dass alleine in Afrika zwischen 1000 und 2000 Sprachen vorkommen, erkennt man die Komplexität. Eine isolierte Gruppe, seien es Tiere oder Ureinwohner, haben weniger den Druck eine universelle Sprache zu erlernen. Unsere globalisierte Welt drängt uns dazu, auf wenige allgemeinverständliche Sprachen wie Englisch zurückzugreifen. Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass ein Mensch, der sich in die Gruppe einfügt, einen Faktor hinzufügt, der das Verhältnis in der Gruppe verändert und somit auch das System beeinträchtigt. Der Autor vermenschlicht die Tiere nicht. Vielmehr zeigt er, dass ihre komplexe Sozialstruktur immer noch von Instinkten und einer Hierarchie des Stärkeren geprägt ist. Und er führt uns vor Augen, dass der Mensch in seiner Gier und Allmachtsphantasie als Krönung der Schöpfung, rücksichtslos zerstört. Dass Liebe und Wissen diesen Teufelskreis durchbrechen können, ist die hoffnungsfrohe Botschaft des Romans. Mich hat das Buch bewegt. Ich kenne die Arbeiten von Goodall und anderen Forschern , bin immer wieder fasziniert, welche Geheimnisse diese Menschen der Natur entlocken, um zu einem besseren Verständnis und Miteinander mit ihren gemeinsamen Bewohnern auf dieser Insel namens Erde zu führen. Und ja, ich habe am Ende des Buches geweint. Als schockierenden Abschluss nennt der Autor im Nachwort einige Internetseiten, auf denen man sich über die Trophäenjagd informieren kann. Mir war zum Beispiel neu, dass in Afrika Tiger gezüchtet werden, damit reiche Jäger diese erschießen können. Tiger, die in Afrika nicht heimisch sind. Das größte Raubtier von allen bleibt der Mensch.

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