Dramatische Geschichte über Schwesternschaft, die sich zu einem Psychothriller entwickelt

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Mirjam hat ihre Halbschwester Nia erst im Alter von 14 Jahren kennengelernt und trotz der schwierigen familiären Konstellation sofort Freundschaft mit ihr geschlossen. Unstimmigkeiten ergaben sich nur, wenn sich Nia wiederholt in die falschen Männer verliebte. Inzwischen ist Nia mit Konrad verheiratet und hat bereits mehrfach versucht, ihren Ehemann zu verlassen. Als Nia das letzte Mal zu ihm zurückgekehrt ist, kam es zum Zerwürfnis zwischen den beiden Schwestern.
Ein Jahr später meldet sich Nia bei Mirjam, die gerade frisch von ihrem langjährigen Partner getrennt ist, um sie zu ihrem 40. Geburtstag einzuladen. Sie möchte auf der Schäreninsel feiern, wo sie in ihrer Kindheit und Jugend die Sommer verbracht haben. Nia verspricht einen reinen Mädelsabend, doch Mirjam ist schon vor der Anreise skeptisch und ahnt nicht, was sie tatsächlich vor Ort erwarten wird.

Der Roman wird aus der Perspektive von Mirjam geschildert, die überraschend nach zehn Jahren Beziehung von ihrem Freund für eine andere Frau verlassen wurde. Sie ist zutiefst verletzt und deshalb froh, als sich ihr langjährige Vertraute Nia bei ihr meldet, zu der der Kontakt nach einem Streit über ihren Mann abgebrochen war. Nia steckt in einer toxischen Ehe fest und schafft es nicht, Hilfe anzunehmen.

Neben der gegenwärtigen Handlung gibt es innerhalb der Kapitel zahlreiche Rückblenden in die Jugend Mirjams mit einem Schwerpunkt auf dem Verhältnis zu Nia.
Nia hat Mirjam zu mehr Selbstvertrauen verholfen, die sich selbst als unscheinbar empfunden hatte, hat sich selbst hingegen in ihren Liebesbeziehungen ausnutzen und unterdrücken lassen.

Das Szenario auf der Insel, wenn der Sturm aufzieht, gleicht einem Psychothriller. Eine bedrohliche Atmosphäre ist von Anbeginn vorhanden und spürbar, dass die Situation jederzeit eskalieren könnte. Schon bei der Ankunft auf der Insel wird Mirjam vor den Kopf gestoßen und nach einer Wende läuft die Situation komplett aus dem Ruder.
Spannung wird dabei sukzessive aufgebaut, wobei es am Tag der Geburtstagsfeier bis auf die Rückblenden keine neuen Impulse gibt und der gewaltsame Showdown arg in die Länge gezogen wird.

Es ist eine dramatische Geschichte über zwei "Frestern", die innig verbunden sind, durch ungute Beziehungen aber Distanz zu einander schaffen. Das Thema häusliche Gewalt prägt die Handlung, auch wenn es durch die einseitige Perspektive hintergründig bleibt.
Im Kern geht es um Schwesternschaft, bedingungslose Liebe und welche Opfer diese fordert. Dass das Ende dann keinen Neuanfang bedeutet, ist tragisch und nach all den Anstrengungen nur bedingt nachvollziehbar.