Ein stürmisches Wiedersehen

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Das Cover zeigt eine abgeschiedene Inselwelt und passt gut zum klaren, nordisch geprägten Ton der Geschichte. Im Mittelpunkt steht Mirjam, die nach einer gescheiterten Beziehung der Einladung ihrer Schwester Nia folgt. Ziel ist eine Schäreninsel, auf der beide in ihrer Jugend viele Sommer verbracht haben. Schon die Anreise ist von Zurückhaltung und leiser Skepsis geprägt. Das Wiedersehen verläuft nicht harmonisch, denn alte Spannungen und unausgesprochene Themen liegen in der Luft. Nach und nach wird deutlich, dass Nias Lebenssituation problematisch ist und der Aufenthalt mehr als ein harmloser Geburtstagsbesuch wird. Die Handlung entwickelt sich ruhig, gewinnt aber stetig an Tempo. Rückblenden ergänzen die Gegenwart sinnvoll und erklären die besondere Bindung der Schwestern. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die Atmosphäre wird vor allem durch die Natur und das aufziehende Unwetter getragen. Zum Ende hin verdichtet sich die Handlung deutlich und steuert auf einen spannenden Höhepunkt zu, ohne ins Übertriebene zu gehen.
Fazit: Mir hat die klare Erzählweise gefallen und ich empfand die Geschichte als spannend und gut aufgebaut.