Gelungener Genremix
An "Die Insel meiner Schwester" von Sara B. Elfgren hatte ich zugegebenermaßen gar nicht mal so hohe Erwartungen. Angekündigt worden war das Buch als "Roman". Ich ließ mich also überraschen! Überrascht wurde ich von einer überaus spannenden Geschichte, die durchaus auch romanhafte Elemente aufwies, die ich aber eigentlich sogar ins Fach "Thriller" einordnen würde. Im Mittelpunkt steht Mirjam, eine junge Frau, die als Kind fast wie nebenbei mitbekommt, dass sie eine Halbschwester hat, ja ihr Vater quasi eine Zweitfamilie, von der ihre Mutter (natürlich) nichts weiß. All das erfahren wir in Rückblicken, der Roman wechselt permanent zwischen Gegenwart und Vergangenheit, alles berichtet aus Mirjams Perspektive. Obwohl der Vater seine Affäre und das daraus entstandene Kind verheimlicht, gelingt es Mirjam, zu ihrer Halbschwester Nia (Kurzform von Lavinia) Kontakt aufzunehmen. Die beiden freunden sich an, diese Beziehung bedeutet Mirjam, die ansonsten wenig bis gar keine Freunde hat, ausgesprochen viel. Doch irgendwann entfernen sich die Schwestern wieder voneinander. Als Nia ihre Halbschwester überraschend zu ihrem 40. Geburtstag einlädt, fährt Mirjam zur Feier auf die Insel, die einst ihrem gemeinsamem Vater gehörte. Mittlerweile ist Nias Ehemann Konrad Eigentümer von Tallholmen, so der Name des Eilands. Doch die Ehe von Konrad und Nia ist alles andere als harmonisch! Auf der Feier droht die toxische Beziehung zu eskalieren. Die Handlung ist von Sara B. Elfgren in flüssigem spannenden Schreibstil geschildert. Nia und Mirjam als Protagonistinnen sind authentisch skizziert, ich fühlte mich ihnen nahe, konnte ihr Verhalten gut nachvollziehen und habe mit beiden mitgefiebert, wie sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren entwickeln. Durch die Thriller Elemente konnte ich das Buch stellenweise nur schwer aus der Hand legen! Von mir gibt es auf jeden Fall die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! Nur sollte man sich unbedingt eher auf einen Thriller einstellen, sonst könnte man ggf. enttäuscht sein.