Eine Schwesterbeziehung, die tief blicken lässt

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TRIGGERWARNUNG: häusliche Gewalt, Tiermord

Ein absolut mitreißender Roman, der Thrillerelemente mit der schrecklichen Realität vieler Frauen verbindet.
Erfährt man anfangs viel über Mirjam und zu ihrer Beziehung zu ihrem Mann Juan, taucht man immer mehr in das Leben von Nia ein und welche Erlebnisse und Erinnerungen die beiden Schwestern miteinander verbindet.
Anfangs wirkt der Roman melancholisch und nostalgisch, wird aber im Verlauf der Geschichte emotional mitreißend. Es macht einen wütend, traurig und auch zunehmend ängstlich - vor allem besorgt um Nia als auch Mirjam, umso mehr auch die anderen Figuren in den Vordergrund rücken.

Besonders gefiel mir der Schreibstil, der einen immer wieder mitriss und je nach Situation angepasst wurde, um die Emotionen bestmöglichst darstellen zu können.
Die Charaktere waren ebenfalls sehr differenziert und vielseitig.
Eindrucksvoll war weiterhin die heftige Darstellung der toxischen Beziehung, das versteckte Lügenkonstrukt dahinter und wie das Umfeld darauf reagiert.

Anfangs bekam ich bei dem Cover Fernweh, doch je mehr ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr wurde mir die Symbolik dahinter bewusster und stimmte mich bedrückt.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass das hier definitiv kein Buch für "mal zwischendurch" ist. Es geht einem defintiv sehr stark an die Nieren und ist auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Es regt ebenso zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.