Komplexe Beziehungen

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Mit „Die Insel meiner Schwester“ legt Sara Elfgren einen spannenden Roman vor, der das komplexe Beziehungsgefüge der beiden Halbschwestern Mirjam und Nia in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, wobei die Autorin eine sehr dramatische Einstiegsszene wählt. Danach wird erzählt, wie es zu diesem dramatischen Ereignis kommen konnte.
Mirjam und Nia lernen sich erst im Teenageralter kennen, nachdem ihr Vater seiner Frau einen Seitensprung mit einer ihrer besten Freundinnen gestanden hat, aus der eine Tochter, Nia, entstanden ist. Die Mädchen treffen sich und werden engste Vertraute. Die beiden jungen Frauen machen verschiedene Erfahrungen mit Männern, von denen einige toxisch sind. Mirjam verliebt sich schließlich in Juan, der sie aber nach langer Beziehung an ihrem 40. Geburtstag wegen einer anderen Frau verlässt. Nia hat schließlich Konrad geheiratet, einen sadistischen Narzisten, der sie quält und misshandelt. Sie versucht, ihn zu verlassen, schafft es aber nicht. Darüber kommt es zum Streit der beiden Schwestern. Deshalb ist Mirjam froh, dass sie von Nia zu deren Geburtstag auf die Schäreninsel eingeladen wird, auf der beide als Kinder und Teenager die Sommer verbrachten und die nun Konrad gehört. Was so viel Hoffnung in Mirjam erweckt, entwickelt sich jedoch zu einer wahren Katastrophe.
An diesem Roman hat mir besonders gefallen, dass er nicht nur eine spannende Story erzählt, sondern auch detailliert das Verhältnis der Halbschwestern und die gesamte Familiendynamik beleuchtet. Die Schärenlandschaft, im Finale noch atmosphärischer gestaltet durch das Sturmszenario, ist eine perfekte Bühne für das Drama, das man natürlich schon ein bisschen kommen sieht. Die Personen sind stimmig gestaltet und auch die einzelnen Nebendarsteller und Nebendarstellerinnen detailliert entwickelt. Ich fand die Story auch insgesamt rund und sie hatte keine Längen. Wer nordische Krimis mit psychologischem Schwerpunkt mag, der wird sich durch „Die Insel meiner Schwester“ gut unterhalten fühlen. Das Cover ist natürlich ein Hingucker und gefällt mir ausnehmend gut.