Schwesternliebe

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karin_50 Avatar

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Das Cover lädt zu einem ruhigen, beinahe nostalgischen Leseerlebnis ein. Die nordische Insel wirkt friedlich und trägt doch eine leise Schwere in sich, die sich im Verlauf der Geschichte bestätigt. Erzählt wird von Mirjam, die nach einer schmerzhaften Trennung der Einladung ihrer Schwester Nia folgt und an einen Ort zurückkehrt, der einst Geborgenheit bedeutete. Die Insel wird zum Schauplatz alter Erinnerungen, unausgesprochener Konflikte und einer Schwesternbeziehung voller Liebe und Verletzlichkeit. Besonders berührend ist, wie die gemeinsamen Sommer der Kindheit immer wieder in die Gegenwart hineinwirken. Nia erscheint als fragile, suchende Figur, während Mirjam zwischen Fürsorge und Selbstschutz schwankt. Die Autorin zeichnet ihre Figuren mit großer Sensibilität und feinem Gespür. Der Schreibstil ist ruhig, bildhaft und von einer leisen Melancholie getragen. Naturbeschreibungen und das aufziehende Unwetter spiegeln die innere Unruhe der Figuren eindrucksvoll wider. Die Spannung entsteht aus Emotionen, nicht aus Lautstärke, und entfaltet sich langsam, aber nachhaltig.
Für mich ist dieser Roman eine stille, bewegende Lektüre, die von der Kraft wie auch der Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen erzählt.