Schwesternliebe

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Bei diesem Roman hat mich das zum Schauplatz, einer schwedischen Schäreninsel, passende Cover in Kombination mit dem Titel direkt angesprochen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Halbschwestern, Mirjam und Nia. Kunstlehrerin Mirjam hat erst im Jugendalter von der Existenz einer weiteren Tochter ihres Vaters, die etwa gleichalt wie sie selbst ist, erfahren. Dennoch freundeten die beiden Mädchen sich schnell an, anstatt aufeinander eifersüchtig zu sein, wobei es im Erwachsenenalter dann immer wieder Phasen gab, in denen Nia sich distanzierte. Insbesondere, wenn sie einen neuen Partner hatte. Nun steht Nias 40. Geburtstag an und sie lädt die frisch verlassene Mirjam auf die Schäreninsel ihrer Kindheit ein, die Nias Ehemann dem Vater der beiden Frauen, der chronisch Pleite ist, abgekauft hat. Bis zur Einladung herrschte mal wieder eine längere Phase ohne Kontakt zwischen den Halbschwestern, da Mirjam nicht verstehen kann, dass Nia doch wieder zu ihrem aggressiven und kontrollierendem Ehemann zurückgekehrt ist. Dennoch reist sie zur Feier auf der kleinen privaten Insel. Diese verläuft, fast erwartungsgemäß, nicht besonders idyllisch.

Ich fand die Geschichte sehr eindrucksvoll. Durch die Erzählweise mit den Rückblicken in die Jugend- und Studentenzeit der Halbschwestern und den Abschnitten aus der Gegenwart gewinnt man einerseits einen recht guten Eindruck vom Verhältnis der beiden Schwestern zueinander und andererseits wird die Spannung bis zum großen Finale immer mehr gesteigert. Was die Handlung angeht, kommt es auch zu überraschenden Wendungen. Vielleicht ist manches, was passiert, nicht zu 100 Prozent realistisch, aber auf jeden Fall wird sehr deutlich, wie eine toxische Beziehung sich immer weiter zum Negativen entwickelt und es dennoch schwer ist, sich daraus zu lösen, auch wenn es für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar ist. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und auch so anschaulich, dass man sich die Gegebenheiten auf der Insel bildlich vorstellen konnte.