Schwieriges Thema - schwierige Umsetzung

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anne2809 Avatar

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Selten ist es mir so schwer gefallen, eine Rezension zu schreiben, wie bei diesem Buch, da ich mit sehr großen Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin, die leider in keinster Weise erfüllt wurden.
Worum geht es?
Mirjam und Nia sind 40jährige Halbschwestern, die sich erst im Alter von 14 Jahren kennengelernt, dann aber sehr schnell angefreundet haben.
Doch im Laufe der Jahre ist der Kontakt eingeschlafen. Hauptsächlich verursacht durch Nias Partnerschaften, mit denen Mirjam nicht einverstanden ist. Aber zum 40. Geburtstag lädt Nia Mirjam überraschend zu einem Mädelsabend auf ihrer Insel ein, auf der die beiden als Kinder unbeschwerte Zeiten erlebt haben.
Was habe ich erwartet?
Eine interessante Familiengeschichte, vielleicht ein Familiengeheimnis? Ein wenig skandinavische Krimiatmosphäre?
Was habe ich bekommen?
Eine Beziehungsgeschichte über zwei Halbschwestern und deren jeweilige Partnerschaften.
Erzählt nur aus Sicht von Mirjam - mein größter Kritikpunkt.
Seitenlange Monologe, dabei hätte ich oft auch gern Nias Sicht auf die Dinge erfahren.
Außerdem scheinen beide Frauen sich nur über ihre jeweiligen Partner zu definieren, weshalb ich diese Beziehungen als toxisch bezeichnen würde.
Und schließlich: Das Thema häusliche Gewalt ist viel zu ernst, um, wie hier, dann nur am Rande und aus der Ferne (Mirjams Sicht) betrachtet zu werden.
Mir hat das Buch nicht gefallen, und ich war oft kurz davor, es abzubrechen.
Schade, denn grundsätzlich hätte die Geschichte fesselnd sein können, und am Schreibstil der Autorin liegt es definitiv nicht. Vielleicht ja beim nächsten Mal?