Ein pinkes Känguru hat mich zur Rebellin gemacht

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
azur.blau.liest Avatar

Von

Ein pinkes Känguru mit erhobenem Boxhandschuh – Kämpferisch. Frech. Einladend. Das Buch beginnt genau so, wie man es von Kling erwartet: Das Känguru hüpft herein, knallt sich in die Hängematte und erklärt auf Nachfrage in einem einzigen, atemlosen Satz, warum die Welt gerade so ist, wie sie ist – vier Fünftel Kapitalismus, ein Fünftel Imperialismus. Danke, Fall geschlossen, wollen wir über was anderes reden?

Was mich wirklich überrascht hat: Wie schnell man selbst rebellieren will. Das Känguru fragt einfach Leute auf der Straße, ob sie mitmachen – und die meisten sagen Ja. Herta, die Kneipenwirtin, hatte sogar schon drauf gewartet, dass jemand fragt. Das ist gleichzeitig absurd und erschütternd realistisch.

Der Schreibstil ist gewohnt trocken, witzig und politisch präzise. Die Fußnoten des Kängurus stehlen dabei regelmäßig die Show. Eine Lektüre, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert und gleichzeitig zum Nachdenken bringt. Ich lese weiter. Gegen die Zustände. Versteht sich.