Nimm Platz am Rebellionsstammtisch!

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fernweh nach zamonien Avatar

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Inhalt:

Das Känguru ist zurück!
Neue Geschichten vom Beuteltier und dem Kleinkünstler.

Alles wie immer?
Nicht ganz:

Bei den Zuständen in der Welt bekommt man Zustände! Das Känguru aber hat keinen Bock mehr darauf. Es startet eine Rebellion und macht sich auf die Suche nach weiteren Rebellen zur Verstärkung.

Am Rebellionsstammtisch bei Herta, die nun einen eigenen "Pottkaast" hat, und in anderen Alltagssituationen wird diskutiert über Social Media Plattformen, Big-Tech-Konzerne und Multimilliardäre (die reicher sind als Dagobert Duck und Smaug) sowie über Klimakrise, Gendern und KI.

Es wird politisch, kritisch und vor allem sehr witzig ... Das Känguru hat da noch ein Gleichnis im Beutel!


Mein Eindruck:

Dies ist das fünfte Känguru-Buch. Zwar muss man die Vorgänger nicht gelesen haben, es ist aber hilfreich, um Anspielungen und Running Gags zu verstehen.

Der "Witzig" -Stempel geht an die Kapitel, die aus der Perspektive des Kängurus erzählt werden, sowie an "Auto-Schnick" - eine vollkommen absurde Variante des altbekannten "Schnick-Schnack-Schnuck" und noch verrückter als das bisherige "Open-Schnick".

Während es im letzten Band keine Chronologie in den Geschichten gab, da es sich um gesammelte (bislang verschollene) Abenteuer handelt, d. h. eine Art Bonusbuch voller Outtakes, sind die Erzählungen dieses Mal wieder stringent.

Altbekannte Nebendarsteller tauchen erneut auf, altbewährte Dialoge werden neu thematisiert und dennoch wirkt keine der kurzen Episoden wiederholend. Schauplätze sind Hertas Eckkneipe und natürlich die WG, wobei ich hier tatsächlich auf mehr Abwechslung gehofft hatte.

Es wird ein gewisses (politisches) Hintergrundwissen vorausgesetzt und insgesamt sind die (sozial-)kritischen Punkte aktueller und noch mehr im Fokus als sonst.

Letztendlich ist die Rebellion des Kängurus und die Suche nach Mitstreitern auch ein Appell an alle Lesenden: Augen offen halten, Dinge hinterfragen und nicht blind folgen; im Kleinen anfangen und eigenes Verhalten überdenken und ändern, z. B. Alternativen zu Big Tech nutzen (an jedem ersten Sonntag Monat: Digital Independent Day).

Eine gewisse Ernüchterung stellt sich jedoch ein, wenn man bedenkt, dass die Texte der Känguru-Rebellion die eigentlichen Adressaten vermutlich nie erreichen werden.
* Kopf auf den Tisch! Fünf, vier, drei, zwei, eins ... Weiterkämpfen.


"Na gut, mein Goldfisch", sagt das Känguru. "Ich merke, ich habe deine Aufmerksamkeitsspanne überstrapaziert. [...] Merk dir einfach: Big Tech ist nicht die Rebellen-Allianz! Wir sind die Rebellion! Und wir müssen endlich diesen einen Luftschacht entdecken, durch den wir den Todesstern sprengen können!"

(vgl. S. 219)


Hörbuch:

Passend zum Buch ist das Hörbuch (ungekürzte Live-Lesung) erschienen.

Vorgelesen werden die einzelnen Episoden sogar noch witziger (also besser nicht in der Bahn hören).

Langjährige Fans haben vermutlich aber auch beim Lesen der Känguru Abenteuer die Stimmen des Kleinkünstlers und des Kängurus ganz automatisch im Ohr ;-)


Fazit:

Neue Geschichten vom Känguru: kurzweilige, absurde und (sozial-)kritische Episoden, die den "Witzig"-Stempel mehr als verdient haben.

Sie regen zum Nachdenken an und fordern zum Handeln auf.


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Rezensierte Ausgabe: "Die Känguru-Rebellion" aus dem Jahr 2026